Sie verklagt Münchner Reiseveranstalter

Sekunden nach diesem Foto verunglückt Frau in Pool - „Nichts ist mehr wie vorher“

Astrid R. (74) am Beckenrand: Im Pool verletzte sie sich schwer
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Astrid R. (74) in dem Pool, wo der Unfall passierte

Im ägyptischen Badeort Hurghada suchte sie Erholung - doch der Urlaubstrip endete für Astrid R. (74) in der Klinik. Im Pool war sie an der Leiter abgerutscht und verletzte sich schwer. Jetzt verklagt sie den Münchner Reiseveranstalter.

  • Astrid R. (74) hat sich in einer Hotelanlage in Ägypten schwer verletzt.
  • In München verklagt die Rentnerin jetzt den Reiseveranstalter FTI Touristik.
  • Am Münchner Landgericht geht es um 10.000 Euro Schmerzensgeld .

München - An Krücken geht sie in den Gerichtssaal, gestützt von ihrer Tochter Tanja (53). „Ich will endlich Gerechtigkeit“, sagt Astrid R. (74). Im Sommer 2019 war sie im Urlaub schwer verunglückt – jetzt verklagt sie den Reiseveranstalter FTI Touristik in München*.

München: Verletzte Rentnerin verklagt ihren Reiseveranstalter

Erholung hatte Astrid R. im ägyptischen Badeort Hurghada eigentlich gesucht. Doch der Urlaubstrip mit einer Freundin endete in der Klinik. „Ich bin beim Einsteigen in den Pool abgerutscht, weil die Leiter locker war“, sagt die Rentnerin aus Lichtenfels (Oberfranken). Mit dem Bein war sie zwischen Pool und der Leiter eingeklemmt, „gleichzeitig bin ich nach hinten weggekippt.“

Am linken Oberschenkel trug Astrid R. (74) schwere Verletzungen davon

Ein übler Sturz! Denn Astrid R. zog sich massive Verletzungen am linken Oberschenkel zu. „Ich hatte Quetschungen, die so schwer waren, dass eine Amputation drohte.“ Der Horror im Urlaubsparadies: Astrid R. musste tagelang ins Krankenhaus. Währenddessen reiste ihre Freundin ab, weil der Hotel-Urlaub zu Ende ging. In der Not flog Tochter Tanja nach Hurghada, um ihrer Mutter beizustehen.

Astrid R. (74) musste in Ägypten in die Klinik

„Ich nahm natürlich Kontakt zur Reiseleitung auf, aber als ich ankam, hat mich niemand abgeholt“, berichtet die 53-Jährige. „Schwer enttäuscht“ sei sie von FTI Touristik gewesen. „Am Ende hat mir die Deutsche Botschaft geholfen, meine Mutter ausfindig zu machen.“ Ihr ging es in der Klinik zunehmend schlechter. „Ich habe sie kaum wiedererkannt. Das linke Bein war blau und gelb angeschwollen, im Gesicht war sie aschfahl. Ich machte mir große Sorgen.“ Denn die ägyptischen Ärzte rieten dringend zu einer Operation. „Das lehnte ich aber aufgrund der mangelnden hygienischen Umstände vor Ort entschieden ab“, sagt Tanja N. Das Problem: Aufgrund kritischer Blutwerte war ihre Mutter noch nicht reisefähig. Erst Tage später, nach weiteren Behandlungen, durfte Astrid R. den Rückflug antreten. Auf eigenes Risiko …

Nach Pool-Unfall in ägyptischem Urlaubsort: Vor Gericht geht es um 10000 Euro Schmerzensgeld

„Ich erinnere mich mit Schrecken an diese Zeit zurück“, sagt Astrid R., als sie vor dem Saal 155 des Münchner Landgerichts steht. Im Prozess fordert sie 10.000 Euro Schmerzensgeld von FTI Touristik und sagt: „Ich bin stinksauer.“ Denn der Reiseveranstalter weist jede Verantwortung von sich: „Mehrere Möglichkeiten“ habe es gegeben, in den Pool einzusteigen, argumentierte der FTI-Anwalt. Hätte man also vorab erkennen können, dass die Leiter locker war? Laut Astrid R. nicht. „Die Leitern waren in Ordnung. Sonst hätte ich sie doch nicht benutzt.“

Astrid R. (74) und ihre Tochter Tanja N. (53) sagten am Münchner Landgericht aus

Seit dem Unfall geht Astrid R. am Stock, auch mit ihren Hunden kann die 74-Jährige nicht mehr Gassi gehen. „Ich bin stark eingeschränkt“, sagt sie traurig. „Seit dem Sturz in Ägypten ist nichts mehr wie vorher.“ Das Landgericht hörte gestern Zeugen zu dem Pool-Unfall an, deren Aussagen wichen laut Richterin Neumeier aber von der Aktenlage ab. Sie will in Kürze schriftlich über den Fall entscheiden. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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