Auto-Show auch am Odeonsplatz und in Ludwigstraße

IAA in München: „Aufleben für Hotellerie und Gastronomie“ - andere Branche äußert schon Befürchtungen

IAA-Besucher schlendern zwischen ausgestellten Autos durch eine Halle.
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IAA in München: Die Auto-Show will ihr Erscheinungsbild verändern.

Die IAA soll sich in München an verschiedenen Orten in der Stadt ausbreiten. Das bereitet einer Branche Magenschmerzen. Dagegen könnten Hotels und Restaurants profitieren.

München - „Die IAA wird in Zukunft nicht die viel zitierte SUV- und PS-Leistungsschau, sondern wandelt sich in eine ganzheitliche Plattform für Mobilitätslösungen der Zukunft.“ So beschreibt Tobias Gröber, Geschäftsbereichsleiter der Messe München*, das neue Konzept der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Stattfinden wird die IAA nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch in der Innenstadt - unter anderem in der Maxvorstadt. Daher stellten Vertreter der Messe München und des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zusammen mit Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) dem Bezirksausschuss (BA) die Pläne im Viertel vor.

So soll es am Königsplatz neben Ausstellungsflächen eine große Bühne geben. Auf der Brienner Straße sollen unter anderem verschiedene Verkehrsmittel, etwa E-Scooter oder E-Bikes, erlebbar gemacht werden. Auf dem Wittelsbacherplatz sind Ausstellungsflächen von drei Unternehmen geplant, die die Mobilität der Zukunft vorstellen.

IAA in München: „Wird für Hotellerie und Gastronomie ein Aufleben sein“

Am Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle sind zwei große Ausstellungsflächen geplant. Zur Ludwigstraße hin wird es mehrere kleine Stände geben, unter anderem von den Stadtwerken München. Im Innenhof des Landwirtschaftsministeriums an der Ludwigstraße sollen bayerische Speisen verköstigt werden. Aber auch die lokale Gastronomie soll auf ihre Kosten kommen. In der IAA-App könnte diese beworben werden. Catering von außerhalb soll es dagegen nicht geben.

Wirtschaftsreferent Baumgärtner (CSU) setzt in die IAA große Hoffnung: „Sie wird für die Hotellerie und Gastronomie ein Aufleben sein“, verkündete er. Dem schließt sich auch die Maxvorstädter CSU an: „Ich glaube, dass die Maxvorstadt von der IAA profitieren wird“, sagte Günther Westner (CSU). In diesem Kontext sei es aber „absolut angebracht, dass der Königsplatz stationäre Toiletten bekommt“, so Westner.

IAA in München: Veranstalter versprechen CO2-neutrale Ausstellungsflächen

Während im neuen Fokus der IAA alle Mobilitätsarten stehen, soll auch die Veranstaltung an sich nachhaltiger werden. „Alle Ausstellungsflächen müssen CO2-neutral hergestellt werden“, erklärte Jan Heckmann, der IAA-Projektleiter des VDA. Zudem werden alle Aussteller mit grünem Strom versorgt, sodass die IAA klimaneutral stattfinden kann. Gerade den Aspekt der Nachhaltigkeit begrüßen die Grünen im BA.

Es gibt aber auch Kritik, insbesondere von der Baumschutzbeauftragten: „Ich bedauere zutiefst, dass der Königsplatz in Anspruch genommen wird - er ist eine der wenigen schönen großen Grünflächen in der Maxvorstadt“, bemängelte Ruth Gehling (Grüne).

IAA in München: Museen könnten unter der Auto-Show leiden

Auch dem Direktor der Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München, Florian Knauß, ist die Veranstaltung gerade am Königsplatz ein Dorn im Auge. Für die umliegenden Museen würde die IAA einen Besuchereinbruch zur besten Besucherzeit mit sich bringen. Ausstellungen könnten nicht eröffnet werden und aufgrund der Lautstärke könne auch das Sommertheater im Innenhof der Antikensammlung nicht stattfinden.

„All das sind Verluste, die dauerhaft sein werden“, erklärte Knauß und stellte klar: „Für den Königsplatz ist es egal, ob er von einem SUV oder einem Elektroauto getötet wird.“ (Leonie Hudelmaier) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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