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Illegaler Flieger in der Allianz Arena: Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben - Dem Pilot droht jetzt Knast

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Von: Andreas Thieme

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Sicherheitskräfte führen den motorisierten Flieger ab, der illegal in die Allianz Arena flog
Sicherheitskräfte führen den motorisierten Flieger ab, der illegal in die Allianz Arena flog © ULMER

Ein motorisierter Flieger hatte bei der Fußball-Europameisterschaft 2021 in München für Chaos gesorgt. Damals war der Mann ohne Erlaubnis in der Allianz Arena gelandet und verletzte Zuschauer. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Dem Flieger droht sogar Knast.

München - Er sorgte für Chaos während der Fußball-Europameisterschaft 2021 in München: Am 15. Juni landete ein Gleitschirmflieger damals in der Allianz Arena - als Protestaktion. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Mann erhoben. Er wird sich, ebenso wie ein Komplize, vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Es geht um vorsätzliche Gefährdung des Luftverkehrs.

Um 20.55 Uhr war der Flieger damals von einem nicht bekannten Ort nordöstlich der Allianz Arena gestartet, obwohl die erforderliche Stargenehmigung laut Staatsanwaltschaft nicht erteilt worden war. Demnach hatte er wohl auch Helfer. 14 500 Gäste und Verantwortlichen hatten sich innerhalb des Stadions aufgehalten.

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Gegen 20:57 Uhr, kurz vor dem Anpfiff des um 21 Uhr stattfindenden Fußballspiels zwischen Deutschland und Frankreichs, „überflog der Angeschuldigte von S. den Austragungsort knapp über dem Dach der Allianz Arena, wobei er aus 52 Metern einen großen, gelben, mit Luft aufgepumpten Ball abwarf, der in der Nähe des Mittelkreises des dortigen Fußballfeldes aufkam“, sagt Pressesprecherin Anne Leiding.

Danach verfing sich der samt Motor 100 Kilo schwere Flieger in einem Stahlseil, verlor die Kontrolle und geriet in Sturzflug - nur wenige Meter über der Tribüne, rammte einen Kameramann und verletzte auch einen Arzt im Gesicht. Laut Staatsanwaltschaft war dies keine zufällige Aktion, sondern der Beschuldigte von S. habe sich gezielt vorbereitet. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Knast oder eine saftige Geldstrafe. Auch gegen die möglichen Helfer werde noch weiter ermittelt.

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