„Ich fühlte mich provoziert“

Illegales Autorennen mit 180 Sachen auf dem Ring: Fahrer verurteilt - aber hier fährt er nach Hause

Heimfahren durfte er nach der Verhandlung noch. Doch bald muss Daniel K. wegen seines Wettrennens auf dem Mittleren Ring für einen Monat seinen Führerschein abgeben.
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Heimfahren durfte er nach der Verhandlung noch. Doch bald muss Daniel K. wegen seines Wettrennens auf dem Mittleren Ring für einen Monat seinen Führerschein abgeben.

Die Polizei in München ein illegales Autorennen mit 180 km/h auf der Brudermühlstraße. Einen der Täter stoppten die Beamten mit vorgehaltener Waffe. Nun kassierte Daniel K. dafür seine Strafe.

München - 60 km/h sind am Mittleren Ring erlaubt. Wer dagegen mit 180 Stundenkilometern durch die Stadt fährt, muss damit rechnen, dass das eigene Auto zur Waffe wird und andere Menschen zu Tode kommen. Mit einer ähnlichen Begründung hatte das Landgericht in Berlin erstmals ein Mord-Urteil gegen einen Auto-Raser ausgesprochen. Der Mann hatte Anfang 2016 am Kurfürstendamm einen Fußgänger totgefahren, als er mit überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen verlor.

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Angeklagter in München vor Gericht: „Ich fühlte mich provoziert“

In München wurde nun ein ähnlicher Fall verhandelt, der zum Glück keine Opfer gefordert hat. Am 3. Dezember 2017 fuhr Chauffeur Daniel K. mit seinem Audi RS3 von einer Party aus Giesing heim. Auf dem Mittleren Ring lieferte er sich ein Rennen mit einem BMW – und beschleunigte auf 180 km/h. Ein lebensgefährliches Manöver.

Die Polizei stoppte K. auf der Brudermühlstraße hinter dem Candidtunnel. Nun musste er vor Gericht. „Ich habe mich leider hinreißen lassen“, sagte der Raser. Der BMW habe ihn geschnitten und dann stark abgebremst. „Ich fühlte mich provoziert.“ Danach begann das Rennen.

Beide Raser hatten sich vorher nicht gekannt, das illegale Rennen war dennoch ein Kräftemessen mit Wettbewerbscharakter, befand das Amtsgericht in erster Instanz. Die Quittung: Daniel K. sollte 2.000 Euro Strafe zahlen und für drei Monate den Führerschein abgeben. Dagegen legte der Chauffeur aber Einspruch ein. Deshalb wurde am Donnerstag verhandelt.

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Nach Verfolgungsjagd in München: Polizei stellt Fahrer mit gezogener Waffe

Dabei kam heraus: Die Polizei hatte nach einer Verfolgungsjagd nur einen der Raser stellen können. Mit gezogener Waffe holten die Beamten Daniel K. aus seinem Audi. Richter Patrick Schmidt: „Dann haben Sie geweint, stimmt das?“ Der Raser: „Ja, ich war fertig mit den Nerven. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Polizisten so ausflippen. Außerdem habe ich mich über mich selbst geärgert.“

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Die Staatsanwaltschaft rügte das Rennen scharf: „Wer sich in so einer Situation provozieren lässt und dann so reagiert, ist tendenziell ungeeignet für den Straßenverkehr.“

Weil Daniel K. ein Geständnis ablegte, wurde sein Strafbefehl am Ende abgeändert: K. muss nun 3.200 Euro zahlen und erhält nur einen Monat Fahrverbot. Ob er auch zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) muss, im Volksmund Depperltest“ genannt, entscheidet die Führerscheinbehörde.

Keinen Depperltest konnten - oder mussten - die Behörden bei einer Gruppe britischer Straßen-Rüpel anordnen. In Luxus-Karren heizten sie von Garmisch-Partenkirchen in Richtung Oktoberfest. Schlecht für, sie, dass sie noch vor dem Wiesn-Besuch von der deutschen Polizei erwischt und nach Hause geschickt wurden.

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Mann und Frau liefern sich illegales Autorennen im BMW - was während der Fahrt passiert, ist einfach kurios.

Der Polizei ist in München ein erfolgreicher Schlag gegen die Autoposer-Szene gelungen. Knapp 250 Raser wurden erwischt.

Erinnern Sie sich?

Mit Tempo 190 heizte ein rücksichtsloser Raser am Dienstag auf der Bundesstraße zwischen Bichl und Sindelsdorf. Das berichtet *Merkur.de. Die Polizei konnte ihn filmen. 

Auf der A96 lieferten sich mehrere Raser ein illegales Autorennen. Anschließend bedrängten sie einen Autofahrer und zwangen ihn zum Anhalten. Doch das war nicht alles.

In München haben Polizisten ein verbotenes Rennen beendet. Unter anderem ein Ferrari-Fahrer war beteiligt.

Zwei Berliner Raser wurden nach einem Unfall mit einem Todesfall wegen Mordes verurteilt. Der BGH hebt dieses Urteil nun zum Teil auf.

In München lieferte sich außerdem ein BMW-Fahrer eine irre Verfolgungsjagd mit der Polizei. Er fuhr erst durch eine Fußgängerzone - und raste dann mit 150 km/h davon.

* Merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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