Krabbeltierchen aus dem Süden

Es krabbelt in den Kellern: Vermehrt Skorpione in Münchner Gebäude - das rät die Reptilienauffangstation

Ein kleiner Skorpion krabbelt auf einem Finger.
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Skorpione wie dieser tummeln sich gerade vermehrt in Gebäuden in der Stadt. Sie sind ungefährlich.

Diese Tierchen erwartet man in München eigentlich nicht: Normalerweise kommen Skorpione eher in südlichen Ländern vor - doch momentan entdecken auch Münchner die Krabbeltiere in ihren Kellern. Die gute Nachricht: Sie sind harmlos und ungefährlich.

Sie sind nicht besonders groß, krabbeln, haben Scheren – und viele, die sie entdecken, bekommen erst einmal einen gehörigen Schrecken: Denn mit Skorpionen rechnet man in München eigentlich nicht. Doch momentan kommt es häufiger vor, dass sich die Krabbeltierchen in Kellern, Garagen oder Schuppen der Stadt tummeln.

Das berichtet die Reptilienauffangstation. „Die Skorpione sind meist blinde Passagiere, die im Reisegepäck mitgebracht wurden“, erklärt Thomas Türbl, Fachtierarzt für Reptilien. Vor allem aus Ländern wie Kroatien, Spanien oder Italien kommen die Tiere immer wieder unbemerkt aus dem Urlaub im Auto mit nach Deutschland.

Im Sommer fallen sie kaum auf, doch im Herbst gibt es vermehrt Funde. „Wenn es kälter wird, verziehen sich die Skorpione in wärmere Ecken“, erklärt Türbl. Und die finden sie eben oft in Gebäuden. Die gute Nachricht: „Die Skorpione sind nicht gefährlich“, sagt Türbl. Die Tiere sind maximal zwei bis drei Zentimeter groß, dunkelbraun und haben zwar eine kleine Giftblase. „Die Skorpione lassen sich aber kaum reizen und stechen praktisch nie.“ Ein Stich wäre außerdem in der Regel harmlos.

Wer so ein Tier entdeckt sollte es nicht einfach erschlagen oder mit dem Staubsauger einsaugen, appelliert Tierarzt Thomas Türbl. „Auch exotische Tiere haben ein Recht auf Leben und Unversehrtheit“, betont er. Er rät, die Skorpione vorsichtig in ein Glas oder ein anderes Gefäß zu verfrachten und ein Foto davon an die Reptilienauffangstation zu schicken. Dort werden sie als Fundtiere aufgenommen. Zur Zeit sind rund 20 Skorpione auf der Station. „Wir vermitteln sie an fachkundige Halter weiter“, berichtet Türbl. Die Tiere können in Terrarien gehalten werden.

Beim Fund eines Skorpions kann man sich an die Reptilienauffangstation wenden, die E-Mail an info@reptilienauffangstation.de oder unter Telefon 089/21 80 50 30 erreichbar ist.

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