Eine Baugesellschaft muss reichen

Mega-Fusion auf dem Münchner Immobilienmarkt: Ist das die Rettung vor der überhitzten Blase?

Es sieht so aus, als bekomme die Stadt München bald einen neuen Immobiliengiganten
+
Es sieht so aus, als bekomme die Stadt München bald einen neuen Immobiliengiganten.

Paukenschlag in München: Die Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag sollen zusammengelegt werden. Kann damit der Immobilienwahnsinn in der Stadt gestoppt werden?

  • Wohl nirgends in Deutschland sind Miete und Kauf einer Immobilie so kostspielig wie in München.
  • Nun soll dank einer Zusammenlegung ein neuer Wohnungsbaugigant entstehen.
  • Es handelt sich um die Gesellschaften GWG und Gewofag. Es gibt mehrere gute Gründe.

München - In München entsteht ein neuer Riese: Nach tz-Informationen sollen die Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag zusammengelegt werden. Dazu zählen auch die Tochtergesellschaften MGS und Heimag. Das wird Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) am Mittwoch (9. Dezember) bei einer Pressekonferenz verkünden.

Die Verwaltung soll die Fusion in die Wege leiten, bis 2024 könnte die Zusammenlegung demnach abgeschlossen sein. Nach der Fusion entstünde ein Unternehmen mit mehr als 60.000 Wohnungen, derzeit hat die Gewofag 36.000 Wohnungen im Bestand, die GWG 30.000.

Einen Namen hat der neue Immobilien-Riese noch nicht, aber der Stadtname München* soll wohl darin vorkommen, um einen sofortigen erkennbaren Bezug zu einem kommunalen Unternehmen herzustellen.

München: Mehr günstiger Wohnraum durch Zusammenlegung von GWG und Gewofag?

Wie weiter zu erfahren war, gibt es gute Gründe für die Zusammenlegung. Doppelstrukturen würden abgeschafft, gemeinsam sei es zudem möglich, mehr günstigen Wohnraum zu schaffen und bessere Energiestandards zu verwirklichen, heißt es. Grün-Rot hatte sich im Koalitionsvertrag selbst die Zielzahl von 2000 bezahlbaren Bleiben gesteckt, derzeit sind es 1250.

Was überdies für eine Zusammenlegung spricht, ist, dass sich GWG und Gewofag untereinander schon Konkurrenz machen, wenn auch eher unbeabsichtigt. Zudem könnten durch die Fusion Synergien geschaffen werden, etwa in den Bereichen Grundstücksvergabe, Projektentwicklung, Verwaltung, IT, Ausschreibungen, Einkauf und Vergabe, Recht, Kommunikation und Personalgewinnung. Auch die Bewirtschaftung des Bestandes sei mit einer zentralen Firma besser zu bewältigen.

München: In einer Wohnungsbaugesellschaft soll es Missstände geben

Es gibt aber auch noch interne Gründe für eine Fusion. Denn – gelinde gesagt – knirscht es gewaltig in den Betrieben. Unserer Zeitung liegen Schreiben von Mitarbeitern vor, die insbesondere innerhalb der GWG Missstände anprangern. „Es gibt zunehmend Personalprobleme“, sagen Insider. Auch diese sollen mit der Zusammenlegung der Vergangenheit angehören.

Die Betriebsräte und Geschäftsführer der beiden Unternehmen sind am Dienstag bereits über die Zusammenlegung informiert worden. Unklar ist aber noch, wer den neuen Immobilien-Riesen führen soll, derzeit gibt es je zwei Geschäftsführer bei GWG und Gewofag. Es ist kaum vorstellbar, dass alle vier im Amt bleiben. In der Belegschaft soll es aber keine Kündigungen geben. Es werde auch keinen Einstellungsstopp geben. „Wir brauchen eher mehr Leute“, heißt es.

Hohe Mieten und eine unsichere Wohn-Zukunft. Viele ältere Münchner zieht es aus der Stadt weg. Der Landeshauptstadt droht eine „graue Wohnungsnot“.

*tz.de und Merkur.de sind Teil des Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

Mehr zum Thema:

Kommentare