Bericht über Immobilienpreise

Irre Preise in München! Käufer zahlt 10 Millionen für eine Doppelhaushälfte

Luxuriöse Lagen links und rechts der Isar: Im Lehel und in Bogenhausen ist Wohneigentum besonders teuer.
+
Luxuriöse Lagen links und rechts der Isar: Im Lehel und in Bogenhausen ist Wohneigentum besonders teuer.

Corona hat zu keiner nennenswerten Entspannung auf dem Münchner Immobilienmarkt geführt. Im Gegenteil. Es gibt neue Rekorde.

München - Es habe im vergangenen Jahr sehr viele Mutmaßungen gegeben, wie Corona die Immobilienpreise in München* beeinflussen werde. „Nicht wenige haben gesagt, die Preise fallen in den Keller, stürzen ab“, sagte Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) am Montag anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes des Gutachterausschusses. Tatsächlich sei das nicht eingetreten. „Corona hat sich im Wesentlichen nicht großartig auf den Immobilienmarkt in München ausgewirkt.“

Zwar sei der Geldumsatz um 18 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro zurückgegangen. Auch die Zahl der Verträge sei mit einem Minus von fünf Prozent rückläufig, beides allerdings im Vergleich mit 2019, einem absoluten Rekordjahr. Und: Die Preise für Wohn-, Büro- und Geschäftsimmobilien sind weiter angezogen.

Trotz Corona: Immobilienmarkt in München weiter auf Rekrodniveau

Von den 13,9 Milliarden Euro Gesamtumsatz entfielen rund 6,5 Milliarden Euro auf auf den Markt der bebauten Grundstücke (ohne Eigentumswohnungen). Auf dem Markt für Wohnungen und Teileigentum wurden rund 5,7 Milliarden Euro umgesetzt. Wohnbaugrundstücke wurden für rund 1,4 Milliarden Euro verkauft, das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent gegenüber 2019.

Wohnen in München: Einfamilienhausgrundstück erzielt 14 Millionen

Die durchschnittlichen Kaufpreise für unbebaute Grundstücke lagen 2020 für Ein- bis Mehrfamilienhäuser in guter Wohnlage bei rund 1,5 Millionen Euro. Für Flächen für Mietshäuser wurden im Schnitt elf Millionen Euro gezahlt, für Gewerbegrundstücke 34 Millionen Euro. Der Höchstpreis für ein Einfamilienhausgrundstück lag bei 14 Millionen Euro, für ein Mehrfamilienhausgrundstück bei rund 33 Millionen Euro.

Die Baulandpreise für Einfamilienhäuser lagen demnach bei durchschnittlicher Wohnlage im Schnitt bei 2150 Euro pro Quadratmeter, in guter Wohnlage bei 2700 Euro und bei bester Wohnlage bei 5000 Euro. Der Spitzenpreis pro Quadratmeter lag 2020 bei 9000 Euro. Insgesamt gibt es eine Steigerung beim Wohnbauland von insgesamt 4,5 Prozent.

Wohnen in München: Einfamilienhäuser für rund 10 Millionen Euro

Auch beim Erwerb bebauter Grundstücke ist eine Steigerung zu verzeichnen. Neu errichtete Einfamilienhäuser kosteten im Schnitt 2,1 Millionen Euro. Bei Wiederverkäufen wurden im Schnitt Preise von 1,6 Millionen Euro erzielt. Rekord war hier Haus in Bogenhausen, das für 9,5 Millionen Euro den Besitzer wechselte.

Die Preise für Doppelhaushälften lagen 2020 bei 1,3 Millionen Euro (neu) und bei 1,2 Millionen Euro (Wiederverkauf). Für eine Doppelhaushälfte in Bogenhausen blätterte der Käufer sogar rund 10 Millionen Euro hin.

Neue Reiheneckhäuser wurden im Schnitt für 1,2 Millionen Euro verkauft. Der Wiederverkaufswert lag bei 1,05 Millionen Euro. Neue Reihen-Mittelhäuser wechselten für rund 1,1 Millionen Euro den Besitzer, im Wiederverkauf für rund 950.000 Euro. Spitzenreiter ist hier ein Reiheneckhaus in Nymphenburg für fünf Millionen Euro.

Weitere Rekordverkäufe waren 2020 ein Bürohauskomplex in Berg am Laim für 215 Millionen Euro sowie ein Wohn- und Geschäftshaus in Bogenhausen für 75 Millionen Euro.

Auch die Preise für Eigentumswohnungen steigen weiter, 2020 für Neubauten um 6,9 Prozent, im Wiederverkauf um neun Prozent. Am tiefsten griff ein Käufer in Haidhausen in die Tasche und zahlte 15,5 Millionen Euro für eine neue Eigentumswohnung mit 460 Quadratmetern. Beim Wiederverkauf lag der Rekord in der Ludwigsvorstadt: Für 290 Quadratmeter legte ein Käufer 6,6 Millionen Euro auf den Tisch.

Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-Newsletter. Melden Sie sich sofort an!

Auch interessant

Kommentare