Warten geht weiter

Massen-Impfung erst im Februar - erst 2900 Menschen haben in München das Vakzin bekommen: „Impft uns endlich!“

Seniorin sitzt im Rollstuhl und trägt einen Mund-Nasen-Schutz.
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Wartet seit 14 Tagen auf die Impfung: Christine Cervelli  (79).

Das Warten auf die Corona-Impfungen geht weiter. In Münchner Pflegeeinrichtungen haben bisher erst 2900 Menschen das Vakzin erhalten. Und weil es noch zu wenig Dosen gibt, wird laut Gesundheitsreferat mit den Massenimpfungen in Riem erst Ende Januar oder Anfang Februar begonnen.

Annemarie Huber wartet fast sehnsüchtig. „Ich könnte mich dann wieder freier bewegen und andere Menschen im Café treffen“, sagt die 82-Jährige. Huber lebt in einem Haus der Münchenstift an der Tauernstraße und würde sich gerne gegen Corona impfen lassen. Aber wie so viele andere muss sich die Seniorin in Geduld üben. „Wir sind seit Ende Dezember bereit“, sagt Barbara Haßlberger, Pandemiebeauftragte der Münchenstift für das Haus an der Tauernstraße. Der Kontakt zur mit der Impfung beauftragten Ambulanz sei relativ zügig gekommen. „Aber wir warten bis heute auf einen Termin. Die Ambulanz hat uns informiert, dass es aktuell keinen Impfstoff gibt.“

In Münchens Heimen sind bis Donnerstag erst 2900 Menschen geimpft worden. Das teilt das Gesundheitsreferat auf Anfrage unserer Zeitung mit. Und das, obwohl die Zahl der Infizierten weiter steigt: Die Stadt meldete für Donnerstag 380 neue Corona-Fälle und neun weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 130,2.

„Neben den Impfungen durch die städtischen Impfteams haben auch die Krankenhäuser damit begonnen, medizinisches Personal etwa auf Intensivstationen und in Notaufnahmen zu impfen“, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsreferates. Wann mit den stationären Impfungen in der Messe Riem begonnen werden kann, hänge davon ab, wann ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Die nächste Lieferung von Impfdosen werde in diesen Tagen erwartet. Diese Impfdosen gehen weiterhin an die Pflegeeinrichtungen und die Kliniken. Mit den Massenimpfungen der übrigen Bevölkerung in der Messe Riem sei nach jetzigem Stand frühestens Ende Januar oder Anfang Februar zu rechnen. „Ein früherer Impfstart wäre möglich, wenn mehr Impfdosen geliefert werden.“

Die Stadt hatte erst vor wenigen Tagen Schreiben an rund 87 000 Münchner verschickt, die über 80 Jahre alt sind, und sie über diesen Umstand informiert. Diese Gruppe soll als Erstes das Vakzin erhalten.

Dem Moment fiebert auch Christine Cervelli entgegen. Die 79-Jährige lebt im Horst-Salzmann-Zentrum der Arbeiterwohlfahrt. „Ich warte seit 14 Tagen“, sagt die Rentnerin. Die Impfung wäre so wichtig. „Ich könnte mich dann freier bewegen und auch wieder meine Angehörigen treffen.“ Derzeit bekomme sie gar keinen Besuch. Die Impfung bedeute ein Stück Sicherheit. „Nicht nur für mich, sondern auch für andere“, sagt die 79-Jährige. „In unserem Alter muss man ja auch für die nächste Generation mitdenken.“

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