„Sie müssen keine Angst haben“

Warten in der Kälte? Wirbel um lange Schlangen vor Impfzentrum - Stadt gibt nun entscheidenden Hinweis

Viele Menschen - teilweise im Rollstuhl - stehen in einer Warteschlange vor einem Impfzentrum an
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Wer sich impfen lassen will, muss etwas Geduld mitbringen: Es kann immer mal zu Verzögerungen, räumt die Stadt ein.

Vor dem Impfzentrum in Riem bildet sich regelmäßig eine Schlange. So müssen die Senioren in der Kälte ausharren. Das soll sich schnell ändern.

München - Die Zustände im Impfzentrum in Riem seien „katastrophal“, klagen tz-Leser. So müssten etwa viele Münchner* beim Warten auf die Corona-Schutzimpfung stundenlang in der Kälte ausharren! Die Ursache liegt laut Stadt oft im Verhalten von Unvernünftigen. Die Verwaltung will nun zumindest die Wartebereiche vergrößern.

Seit dem Start der Corona*-Schutzimpfungen wurden bis einschließlich Montag 27.800 Impfungen durchgeführt. 6600 Erst- und 1000 Zweitimpfungen im Impfzentrum sowie 11.600 Erst- und 8600 Zweitimpfungen in den Heimen. Darüber hinaus wurden rund 14 900 Dosen an die Kliniken abgegeben.

Corona-Impfungen in München: Bitte um möglichst späte Anreise zum eigenen Termin

Wie es am Dienstag aus dem Rathaus hieß, komme es in Riem tatsächlich weiterhin zu Warteschlangen. Jedoch seien diese zumindest größtenteils auch Menschen geschuldet, die bis zu zwei Stunden vor ihrem Termin zum Impfzentrum kommen. Überdies würden sich auch Personen ohne Termin einreihen und den Ablauf verzögern. Denn geimpft werden ausschließlich Personen, die bereits einen Termin über das Impfportal vereinbart haben. Personen ohne Termine müssen abgewiesen werden.

Um unnötige Wartezeiten und Ansammlungen zu vermeiden, bittet das Impfzentrum alle Personen, die einen Impftermin vereinbart haben, maximal zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin anzureisen. „Sie müssen keine Angst haben, dass Ihr Termin verfällt, auch wenn Sie ein paar Minuten zu spät kommen“, sagt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD).

Außerdem wird der Wartebereich in der Messehalle C3 vergrößert. Bis der Umbau abgeschlossen ist, werden vor dem Eingang beheizte Zelte mit Sitzgelegenheiten aufgebaut. Wie die am Dienstag vorangekommen sind? Wir haben uns umgehört.

Video: Exklusiver Rundgang durch ein Impfzentrum

Corona-Impfungen in München: „Bald kann ich endlich wieder meine Enkel besuchen“

„Insgesamt dauerte die ganze Aktion der Impfung ungefähr eine Stunde. Den Termin erhielt ich vorgestern. Es gab zwar leider noch keine Rampe für meinen Rollstuhl, aber ansonsten hat alles einwandfrei funktioniert. Am 2. März habe ich dann die zweite Impfung. Danach kann ich endlich wieder meine Enkel besuchen.“ Gertrud Glück (91), Rentnerin aus München

„Gestern habe ich den Termin bekommen. Wir haben nur zehn Minuten gewartet. Zu kalt war es nicht, ich habe ja einen warmen Mantel an. Ich bin sehr froh, jetzt geimpft zu sein. Meine Tochter war zwar dagegen, aber jetzt habe ich ein Stück Leben zurück. Insgesamt hat die Impfung eine halbe Stunde gedauert.“ Lotte Schaubs (90), Rentnerin aus München

„Es war alles sehr gut organisiert. Der ganze Vorgang ging sehr flott. Die jungen Mitarbeiter hier machen ihren Job hervorragend. Wehgetan hat die Impfung nicht, nur das Desinfektionsmittel war etwas kalt. Ich habe ein gutes Gefühl und in drei Wochen steht der nächste Termin an. Ich freue mich bereits darauf.“ Ruth Engelhard (88), Rentnerin aus München

„Es gab keine Probleme und ich wurde gut umsorgt. Zunächst wurde Fieber gemessen, danach aufgeklärt. Nach der Impfung musste ich noch 15 Minuten in einem Wartebereich verbringen. Sicher kann ich mich jedoch erst nach der zweiten Impfung fühlen. Den Termin habe ich übrigens in drei Wochen.“ Siegmund B. (88), Rentner aus München

(S. Karowski, D. Djajadisastra) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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