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In den Fängen des Zuhälters: Münchner Mädel (12) missbraucht - Urteil gegen ihren Peiniger ist jetzt gefallen

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Von: Andreas Thieme

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Ein erst 12-jähriges Mädchen wurde von mehreren Männern in München missbraucht. Sie war an einen Zuhälter geraten, der sie an die Münchner Täter verkauft hatte - und durchlebte das Grauen. Der Zuhälter wurde jetzt vor Gericht verurteilt.

München – Es ist eine grausige Geschichte! Ein erst 12-jähriges Mädchen aus München geriet an einen Zuhälter, der sie an fremde Männer verkauft hat, die sich an der Schülerin sexuell vergangen haben. Der Fall, der in Norddeutschland spielt, wurde am Landgericht in Flensburg verhandelt. Dort ging es vor allem um die Vermittlung des Mädchens an verschiedene Freier aus München. Für den 35-Jährigen Hauptangeklagten forderte die Staatsanwaltschaft insgesamt acht Jahre und zehn Monate. Tatvorwurf war schwerer sexueller Missbrauchs von Kindern.

Das Gericht folgte der Argumentation des Staatsanwaltschaft nun in weiten Teilen und verurteilte den 35-Jährigen. Er muss für insgesamt acht Jahre hinter Gitter. Der Norddeutsche hatte das damals zwölf Jahre altes Mädchen aus dem Raum München über das Internet an die Freier in Süddeutschland vermittelt. Während die Staatsanwaltschaft acht Jahre und zehn Monate wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in neun Fällen und sexuellen Missbrauchs von Kindern in einem Fall gefordert hatte, plädierte der Verteidiger des Kinderschänders auf vier Jahre. Am Ende war die Strafe dann doppelt so hoch, wie sich der Angeklagte erhofft hatte.

München: 12-Jährige von mehreren Männern missbraucht - Zuhälter muss in den Knast

Im Prozess war er geständig gewesen, vor Gericht hatte der Angeklagte die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Über Messenger-Dienste und das Internet lockte der Mann aus dem Kreis Nordfriesland Minderjährige an, gab sich selbst als 16 oder 18 Jahre alt aus. Ursprünglich waren 42 Sexualdelikte angeklagt. Bis auf die zehn Taten stellte das Gericht das Verfahren vorläufig ein. Die Zwölfjährige vermittelte der Angeklagte unter Ausnutzung einer angeblichen finanziellen Notlage per Internet - teils entgeltlich - an Freier. Diese hielt er an, ihm Videos beziehungsweise Fotos des Missbrauchs zu schicken.

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