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München: Alles wird teurer - Neue Rekorde auf Immobilienmarkt

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Von: Marc Kniepkamp

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Immoblien in der Stadt werden weiter teurer: Für Eigentumswohnungen sind Quadratmeterpreise um 10 000 Euro mittlerweile üblich.
Immoblien in der Stadt werden weiter teurer: Für Eigentumswohnungen sind Quadratmeterpreise um 10 000 Euro mittlerweile üblich. FOTO: MARCUS SCHLAF © MARCUS SCHLAF

Viel war über den Effekt der Corona-Pandemie auf den Münchner Immobilienmarkt spekuliert worden. Jetzt zeigt die Analyse des Gutachterausschusses der Stadt: Dieser Effekt ist quasi gleich null. Im Gegenteil, eigentlich sind in allen Bereichen Rekordzahlen zu vermelden. Beim gesamten Geldumsatz genauso wie bei den Durchschnittspreisen für Grundstücke und Immobilien.

Ein Blick auf das insgesamt auf dem Münchner Immobilienmarkt umgesetzte Geld: 18,8 Milliarden Euro haben im vergangenen Jahr den Besitzer gewechselt – das ist nicht nur ein neuer Rekordwert, sondern auch eine Steigerung von 35 Prozent, also mehr als einem Drittel, im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Drittel höherer Umsatz bei Immobiliengeschäften

Auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine scheint bislang keine Auswirkungen auf den hiesigen Immobilienmarkt zu haben. Zwar berücksichtigt der Immobilienmarktbericht lediglich Verträge, die im Jahr 2021 geschlossen wurden, Kommunalreferentin Kristina Frank hat aber Einblick in die aktuellen Zahlen aus diesem Jahr. Ihre Bilanz: „München als Stadt der Extreme – bislang merken wir keinerlei Corona- oder auch Ukrainekriegs-Effekte am Immobilienmarkt. 2021 setzten sich die steigenden Tendenzen fort. Auch bis Mai 2022 ist kein Rückgang zu beobachten.“

Trendumkehr? Dafür sind Flächen ein zu rares Gut in München

Und Frank kann sich kurzfristig auch keine Trendumkehr vorstellen. „Wir haben keine Glaskugel, aber das attraktive München samt nahem Umland wird die letzte Region sein, in der ein Rückgang von Immobilienpreisen zu beobachten sein würde. Dafür sind Flächen ein zu rares Gut in unserer Stadt“, sagt die Kommunalreferentin.

Beim Blick auf die einzelnen Objekte zeigt sich der Preisanstieg in ganz konkreten Zahlen: Der höchste Kaufpreis für ein Einfamilienhaus in bester Wohnlage lag demnach bei 14,5 Millionen Euro. Die teuerste Doppelhaushälfte wechselte für 5,2 Millionen Euro den Besitzer und das teuerste Reiheneckhaus kostete stolze 11,8 Millionen Euro. Auch bei Eigentumswohnungen werden hohe Preise erzielt. Der höchste Kaufpreis für eine Wohnung in bester Lage und mit immerhin 395 Quadratmetern Wohnfläche lag im vergangenen Jahr bei 10,9 Millionen Euro. Trotz der üppigen Wohnfläche liegt der Quadratmeterpreis bei diesem Objekt bei 27 600 Euro.

Durchschnittspreise: Für Normalverdiener kaum zu bezahlen

Wenn man den Blick von den Rekorden hin zu den Durchschnittswerten richtet, zeigt sich die für Normalverdiener verheerende Preisentwicklung. Eine Neubaueigentumswohnung in durchschnittlicher Wohnlage – der schlechtesten Kategorie auf dem Münchner Immobilienmarkt – kostet mittlerweile rund 9900 Euro pro Quadratmeter. In guter Wohnlage sind gar 11 200 Euro Quadratmeter fällig. Der durchschnittliche Preisanstieg lag hier bei 15,1 Prozent in nur einem Jahr.

Im vergangenen Jahrzehnt sind die Preise für Immobilien auch im Windschatten von historisch niedrigen Zinsen in ungekannte Höhen geschossen. Nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank, den Basiszinssatz künftig wieder leicht anheben und die Zeiten der Negativzinsen zu beenden, könnte sich zumindest dieser Effekt ein wenig abschwächen. Ein kurzfristige Gefahr für den Immobilienmarkt sieht Frank derzeit nicht. „Die steigenden Zinsen gefährden Anschlussfinanzierungen derzeit noch nicht. Das Kreditverträge meist über 10 oder 15 Jahre laufen, lag das Zinsniveau bei Darlehensabschluss in etwa bei demselben Wert.“ MARC KNIEPKAMP

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