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München ächzt unter Rekord-Inflation: Das bedeuten die steigenden Preise im Alltag

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Von: Claudia Schuri

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Symbolbild - Inflationsrate
Die Inflation ist stark gestiegen (Symbolbild) © Fabian Sommer / dpa

Der Gang an die Supermarkt-Kasse macht gerade wenig Freude. Denn viele Produkte sind teurer geworden. Das Gleiche gilt auch für die Energiepreise: Die Münchner erwartet eine Rekord-Inflation.

München - Über diesen Rekord freut sich niemand! Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Die Preise für Lebensmittel, Sprit & Co. steigen und steigen – und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Allein im vergangenen Jahr erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland im Schnitt um 3,1 Prozent: die höchste Inflationsrate seit fast 30 Jahren. Auch die bayerische Landeshauptstadt München* bekommt das zu spüren.

Im neuen Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung, der am Mittwoch (26. Januar) vorgestellt wurde, heißt es für 2022: „Insgesamt wird damit gerechnet, dass der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus in diesem Jahr mit jahresdurchschnittlich 3,3 Prozent abermals deutlich ausfällt.“

München spürt die Inflation: Der Preisvergleich lohnt sich heute mehr denn je

Und das trifft uns alle, wie ein Blick über die Produktpalette zeigt. Zuletzt wurden zum Beispiel vor allem Speisefette und Gemüse teurer. Ein Beispiel: Streichzarte Meggle-Butter kostete laut einer Preisanalyse der Preis-Info-App –smhaggle im Januar 2021 normalerweise 1,79 Euro (Regalpreis). Diesen Januar sind es 2,79 Euro…

Teurer Einkauf: Über die gesalzenen Preise im Supermarkt ärgert sich der Münchner Julien Schutze.
Teurer Einkauf: Über die gesalzenen Preise im Supermarkt ärgert sich der Münchner Julien Schutze. © Oliver Bodmer

Preise vergleichen: Das tut Julien Schutze sehr aufmerksam. Der Münchner zahlt normalerweise zwischen 45 und 50 Euro für seinen Wochen-Einkauf. „Man muss schon schauen, wo man Produkte günstig bekommt“, sagt er. „Ich kaufe inzwischen fast alles beim Discounter.“ Früher war er öfters in anderen Geschäften, doch das ist ihm jetzt zu teuer geworden. „Nur Fleisch gibt’s vom Metzger. Da achte ich auf gute Qualität“, erklärt er. „Ich bin froh, dass ich Arbeit habe.“

Inflation in München: Sozialhilfeempfänger trifft es noch heftiger

Für alle, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist es dagegen jetzt noch heftiger als früher. „Der Regelsatz für Alleinstehende ist zum Jahreswechsel gerade einmal um drei Euro auf 449 Euro erhöht worden“, sagt Daniel Overdiek vom Sozialverband VdK. Das bedeutet: „Pro Tag bleiben den Menschen gerade einmal knapp 15 Euro.“ Bereits jetzt gebe es in den VdK-Geschäftsstellen immer wieder Anfragen von Mitgliedern, die in finanzielle Schwierigkeiten sind. „Die Tendenz ist steigend“, sagt er.

Die Spezialisten der Preis-App „smhaggle“ haben Daten von Kassenbons und Internet-Portalen ausgewertet.
Die Spezialisten der Preis-App „smhaggle“ haben Daten von Kassenbons und Internet-Portalen ausgewertet. © Preis-Info-App „smhaggle“

Ähnliches berichtet Sabine Schuster vom Caritas-Verband: „Wer eh nur ein geringes Einkommen hatte, ist massiv betroffen. Aber wir merken auch in der Mittelschicht, dass mehr Leute Probleme haben.“ Und bei der AWO-Schuldnerberatung hat sich die Nachfrage um 20 bis 30 Prozent erhöht, wie Inge Brümmer berichtet: „Leute, die Schulden haben, sparen am ehesten am Essen und den alltäglichen Sachen“, erklärt sie.

München: Inflation in Deutschland hat Energiekosten stark verteuert

Aber es geht auch um andere Lebensbereiche. Andrea Frauscher vom BRK sagt: „Die höheren Energiepreise aus 2021 werden sich erst im Laufe dieses Jahres bemerkbar machen, wenn die Haushalte die Nebenkostenabrechnung erhalten werden.“ Immer mehr Menschen könnten den Ratenverpflichtungen nicht mehr nachkommen - insbesondere in München mit seinen exorbitanten Mietpreisen*.

Denn: Alles rund um die Energie ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um über zehn Prozent teurer geworden. Da geht’s etwa um Benzin und Diesel, aber auch ums Heizen. Bei Diesel wurde gestern mit 1,611 Euro pro Liter im bundesweiten Tagesschnitt sogar der höchste jemals festgestellte Stand erreicht. Der Super-Bezin E10 kostete 1,681 Euro. Auch die Münchnerin Cornelia Hirn ist von den immer weiter steigenden Ölpreisen betroffen. „Das Heizöl ist extrem teuer geworden“, beklagt sie. 2200 Euro zahlte sie 2021 – das sind 400 Euro mehr als früher. „Ich stelle die Heizung jetzt kälter und ziehe einen dicken Pullover an.“ (cla mit Material von dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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