Prima-Klima-Plan

München investiert 500 Millionen Euro für das Klima - dabei ist das Geld knapp

München ist aktuell eine Baustelle. Ob sich das ändert?
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München ist aktuell eine Baustelle. Ob sich das ändert?

München schnürt ein Klimaschutzpaket - ein großes. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden spricht von „historischen Beschlüssen“.

München - Rekordhitze in Kanada, verheerende Waldbrände in Kalifornien, die fürchterlichen Überschwemmungen im Westen Deutschlands* – weltweit häufen sich Unwetter. Bürgermeisterin Habenschaden (Grüne) und die städtische Klimareferentin Christine Kugler (parteilos) stehen am Freitag auf dem Dachgarten der Stadtalm im Werksviertel.

Von hier oben kann man den Blick weit über München* schweifen lassen. Es ist ein Ort von symbolischer Bedeutung für diese Pressekonferenz. Denn das urbane Dachbiotop zeigt exemplarisch, wie inmitten der Stadt ein Stück Natur geschaffen werden kann. Auf 2.500 Quadratmetern gibt es Platz für eine Kräuter- und Blumenwiese, einen Hühnerstall und eine Herde Walliser Schwarznasenschafe. Auch das ganzheitliche Energiekonzept des Geländes wurde im Hinblick auf Treibhausgasminderung entwickelt.

Klimaschutzpaket: München will deutschlandweit Maßstäbe setzen

München will in dieser Hinsicht deutschlandweit Maßstäbe setzen. Noch vor der Sommerpause sollen im Stadtrat auf Initiative der grün-roten Rathaus-Regierung mehrere Beschlüsse zum Klimaschutz gefasst werden. Zentraler Baustein ist die Erhöhung des bisherigen Jahresbudgets von 80 Millionen Euro um weitere 100 Millionen Euro, beginnend ab 2022 bis 2026. Habenschaden betont: „München übernimmt Verantwortung trotz angespannter Haushaltslage.“ Gerade dicht bebaute Metropolen hätten eine Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz. Auch in München steigt die Durchschnittstemperatur Jahr für Jahr. „Wir sparen uns mit diesem Paket wesentlich höhere Ausgaben in der Zukunft“, erklärt Habenschaden. Ohne regulierende Maßnahmen werde der Klimawandel weiter voranschreiten. Und Kugler assistiert: „Wir betreiben aktive Risikovorsorge.“

München will mehr Solarstrom und Geothermie

Konkretisiert werden sollen die einzelnen Maßnahmen im Herbst, sobald ein in Arbeit befindliches Fachgutachten vorliegt. Die Handlungsfelder aber sind fix. Bei der Stromerzeugung soll der Anteil von Solarenergie signifikant erhöht werden. Münchens Schatz im Untergrund, die Geothermie, kann als Wärmequelle genutzt werden. Energetische Sanierungen im Bestand und hohe Standards bei Neubauten sind wichtig, auch begrünte Dächer und Fassaden sollen eine stärkere Rolle spielen.

München: Der Blick vom Friedensengel zeigt eine grüne Stadt. Doch es gibt noch einiges zu tun.

Mehr autofreie Zonen in München Mobilität

Weiterer zentraler Punkt: „Wir müssen klimafreundliche Mobilität in die Quartiere bringen“, sagt Kugler. Sprich: mehr Grün, mehr autofreie Zonen, weniger Parkplätze. Bis 2025 sollen mindestens 80 Prozent aller Wege innerhalb des Stadtgebiets mittels abgasfreier Kraftfahrzeuge, mit dem öffentlichen Nahverkehr, per Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

Mehr Bäume gegen die urbane Hitze in München

Um der urbanen Hitze zu trotzen, will die Stadt mehr Flächen entsiegeln und mehr Bäume pflanzen. Nach den großen Unternehmen will die Stadt auch mit kleineren und mittleren Betrieben einen Klimapakt schließen. Außerdem soll ein Klimarat mit 13 Personen aus Politik, Wissenschaft oder Organisationen wie Fridays for Future geschaffen werden.

Über den Dächern Münchens: Klimareferentin Christine Kugler (li.) und Bürgermeisterin Katrin Habenschaden präsentieren im Werksviertel das städtische Klimaschutzpaket. 500 Millionen Euro zusätzlich sollen bis zum Jahr 2026 investiert werden.

Regionale Lebensmittel

Schließlich geht es um ressourcenschonendes Verhalten im Bereich Ernährung (saisonale und regionale Lebensmittel) beziehungsweise allgemein beim Lebensstil. Die SPD setzt sich am Freitag in einem Antrag dezidiert für mehr Bio-Lebensmittel und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung bei Märkten und Festen, in Kitas, Schulen und Kantinen ein. München will ferner Kreislaufprodukte fördern, die leicht zu teilen, zu leasen, wiederzuverwenden oder zu reparieren sind. Das gesellschaftliche Bewusstsein müsse geschärft werden – und die Stadt soll dabei laut Kugler mit gutem Beispiel vorangehen. Für sie steht fest: „Klimaschutz muss in der DNA der Münchner Verwaltung verankert werden.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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