FKK-Insel am Flaucher-Steg

Angst um Isar-Idyll: Der Kampf um die Nackerten-Insel - sogar die Polizei ist eingeschaltet

Künstler Wadi am Flaucher
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Künstler Wadi - am FKK-Strand am Flauchersteg gibt es Ärger.

Die Nacktbadenden an der Isar haben Angst um ihr Idyll. Der Grund: Auf der FKK-Insel am Flauchersteg hat sich ein „Künstler“ niedergelassen - der versteht die Aufregung nicht.

München - Die Nacktbadenden an der Isar haben Angst um ihr Idyll: Seit sich auf der FKK-Insel am Flauchersteg ein „Künstler“ niedergelassen hat, kämpfen die Anhänger der Freikörperkultur gegen die Vermüllung. Die Polizei ist eingeschaltet. Der vermeintliche Störenfried nimmt es gelassen.

München: Nacktbadende haben Angst um Isar-Idyll - „Wildes Lager“

Seit 15 Jahren ist Alexander Bojarsky (65) regelmäßiger Badegast auf der FKK-Insel am Flaucher. „Es ist einfach ein Lebensgefühl. Man kann in Ruhe Zeitung lesen, die Natur genießen“, schwärmt der Taxifahrer. Doch ungefähr vor zwei Wochen habe ein junger Mann sein Quartier auf der Insel aufgeschlagen. Baumstämme, Fahnen, Steine, Buddhafiguren – die spirituell anmutende Stätte mitten auf der Insel ist vom Steg aus nicht zu übersehen. Was man als schräg, aber harmlos ansehen könnte, versetzt Bojarsky in Alarmbereitschaft. Denn noch vor einer Woche sei dort ein „wildes Lager“ gewesen. Fotos, die von Badegästen aufgenommen wurden, zeigen, wie es auf der Insel vor Kurzem noch aussah: Decken, Planen, Matratzen, Plastiksäcke, Bierkisten, Hängematten, Stühle, Kisten und Fahrräder lagen kreuz und quer, etwas versteckt zwischen den Bäumen. Bojarskys Vermutung: „Er und seine Spezis schlafen auch dort.“

Schon einige Male hätten die FKKler das Gespräch mit dem „Künstler“, der sich Wadi nennt, gesucht. „Wir haben ihn darauf angesprochen, dass wir dieses Treiben nicht so gut finden, und ihn darauf hingewiesen, dass dies ein öffentlicher Raum ist, frei zugänglich für alle. Da ist er ganz schön pampig geworden. Und die Spezis, die sich um ihn geschart haben, wurden noch ruppiger“, berichtet der Taxler.

Um dem Treiben Einhalt zu gebieten, hat er am Montag die Polizei gerufen. „Die Beamten haben gefordert, den Krempel zu entfernen.“

FKK-Badende haben Angst um Isar-Idyll - Münchner Polizei äußert sich

Ein Sprecher der Polizei bestätigt auf Nachfrage, dass man von der Stadt über die Situation informiert worden sei. Solange keine Straftaten vorlägen, seien alle Maßnahmen, etwa eine Räumung, in der Verantwortung der Stadt. Laut KVR-Sprecher Johannes Mayer ist eine Räumung „wilder Camps“ grundsätzlich das letzte Mittel.

Der „Künstler“ selbst versteht nicht, was die ganze Aufregung soll. „Ich habe mein Sonnenhaus an einer energetischen Kreuzung errichtet“, sagt „Wadi“. Von Vermüllung oder Nachtlager will er nichts wissen. „Ich schlafe nicht hier, ich habe einen festen Wohnsitz in Obergiesing.“ Er bestätigt, dass die Polizei bereits einige Male hier war. Beunruhigt ist er davon nicht. „Ich bin nicht im Stress“, sagt der gebürtige Litauer und beißt in einen Apfel. Vertreiben lasse er sich von hier nicht. Daniela Pohl

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