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Wertvolles Grün verschwindet

Baumschwund in München: Jedes Jahr werden 2500 Stämme gefällt - Naturschützer sind alarmiert

Wertvolles Grün verschwindet aus der Stadt, es ist erschreckend
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Wertvolles Grün verschwindet aus der Stadt, es ist erschreckend.

In München gibt es immer weniger Bäume. Insbesondere privaten Bauvorhaben fallen diese zum Opfer. In diesen Bezirken ist es aktuell am schlimmsten.

München - Baum fällt! Bei Rodungen verstehen viele Münchner keinen Spaß. Kein Wunder. Das Tempo, mit dem wertvolles Grün in der Stadt schwindet, ist erschreckend. Auch viele tz-Leser sind alarmiert, wenn Bäume weggeholzt werden. So wie Karsten Huber, der uns auf die Fällungen auf dem Kunstareal aufmerksam gemacht hat: „Musste das sein?“, will er wissen. Ja – teilt ein Mitarbeiter des Bauamts mit. Andernorts ist der Fall nicht so klar – Naturschützer kämpfen stadtweit verzweifelt ums Grün.

Baumbestand in München: Immer weniger große, mächtige Bäume

München verliert jedes Jahr rund 2500 Bäume. Die meisten fallen privaten Bauvorhaben zum Opfer. Nach Zahlen des Planungsreferats wurden 2018 bei Bauvorhaben 2350 Fällerlaubnisse erteilt. Alter Baumbestand, der trotz Ersatzpflanzungen unwiederbringlich verloren ist. Denn: „Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen erhalten wir keine derart großen und mächtigen Bäume mehr, wie wir sie heute noch haben“, sagt Martin Hänsel vom Bund Naturschutz. Ein Problem seien auch die großen Tiefgaragen, die im Rahmen neuer Bauvorhaben entstehen: „Dem Baum fehlt Wurzelraum und Feuchtigkeit“, sagt Hänsel. Hier könnte die Stadt ansetzen, meint Grünen-Stadträtin Sabine Krieger: „Die Stellplatzverordnung wäre ein Hebel, um den Bau von zweistöckigen Tiefgaragen zu erwirken. Das ist teurer – aber schützt die Bäume.“

Die Stadt hat sich dazu bekannt, Grün zu erhalten und sogar zu vermehren. Hänsel merkt davon nichts: „Es gibt viele Bauvorhaben, die den Baumbestand weiter zerstören – wie der geplante Weiterbau der U5 oder die Verlängerung der Schleißheimer Straße zur Autobahn“, kritisiert er. Wir zeigen Ihnen, wo momentan Bäume fallen.

München: Das Kunstareal ist voll mit Baumstamm-Haufen

Zerhackt liegt der Baum auf der Grünfläche an der Theresienstraße. Fünf bis sechs solcher Baumstamm-Haufen sind über das Kunstareal verteilt. Die Riesen wurden im Rahmen der Sanierungsarbeiten an der Neuen Pinakothek gefällt, sagt ein Sprecher des Staatlichen Bauamts. Teilweise seien die Bäume auch nicht mehr standsicher gewesen. Jede Fällung sei einzeln genehmigt worden. Ersatzpflanzungen seien geplant.

Bei ihrem letzten Spaziergang im Forstenrieder Park traute Ulrike Hennig ihren Augen nicht: „Auf Höhe Neurieder Sträßl sah ich mit großem Entsetzen, dass die Bayrischen Staatsforsten derzeit eine 25 Meter breite Schneise in den Wald neben der dortigen Eichenallee schlagen haben“, teilt uns die Leserin mit. Von den Staatsforsten sei ihr auf Nachfrage erklärt worden, dass die Schneise der Eichenallee Licht verschaffen solle. Die Behörde war gestern aufgrund einer betrieblichen Veranstaltung nicht zu erreichen.

München: Bäume an der Max-Joseph-Brücke fallen Kanalerweiterung zum Opfer

Nördlich der Max-Joseph-Brücke an der Isar lässt das Baureferat 34 Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern fällen, weil der Kanal neu gebaut und das Kanalnetz in der Montgelasstraße saniert wird. Die stadtbildprägenden und schützenswerten Bäume im Parkbereich zwischen Mauerkircher- und Montgelasstraße bleiben erhalten. Der Eingriff in die Böschungs- und Uferbereiche der Isar soll so gering wie möglich ausfallen. Die Baumfällungen dauern bis Ende Februar.

Im Frühjahr 2019 wurde bekannt, dass in Nordbayern tausende Obstbäume illegal gefällt wurden. In München waren kurz zuvor 150 Jahre alte Eichen abgeholzt worden.

das

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