Zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof

Münchner Jugendliche suchen Abkürzung über Gleise und legen Bahnverkehr lahm - Das wird teuer für Eltern

Über Stunden ging nichts mehr auf den Gleisen zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof in München.
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Über Stunden ging nichts mehr auf den Gleisen zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof in München.

Ein RailJet aus Bologna muss eine Vollbremsung einleiten. Insgesamt 21 Züge sammelten 732 Verspätungsminuten. Die verantwortlichen Kids könnten ihren Eltern eine teure Rechnung beschert haben.

  • Über Stunden ging nichts mehr zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof in München.
  • Der Grund: Vier Jugendlliche auf der Suche nach einer Abkürzung über die wichtige Gleisroute.
  • Das könnte auch für die Eltern ein teures Nachsspiel haben.

München – Am Montagabend (31. August) waren am Südring zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof vier Jugendliche im Gleis unterwegs. Ein Railjet musste schnellbremsen. Es kam zu erheblichen betrieblichen Auswirkungen im Bahnverkehr aus und nach Rosenheim. Polizeibeamte konnten die vier stellen. Die Bundespolizei warnt vor lebensgefährlichem Leichtsinn!

Vier Jugendliche sorgen für beispielloses Bahnchaos in München - So kam es dazu

Gegen 18:30 Uhr wurde die Bundespolizei darüber informiert, dass sich mehrere Personen im Gleisbereich der Bahnstrecke am Südring (Ostbahnhof – Hauptbahnhof, Höhe Bahnkilometer 8,4) befinden würden. Der Lokführer eines RailJets hatte die Jugendlichen im Nachbargleis erkannt und zusammen mit einem Achtungspfiff eine Schnellbremsung eingeleitet. Er kam mit dem RJ84 aus Bologna und fuhr Richtung München. Rund 800 m hinter der Stelle, an der sich die Jugendlichen befanden, kam das tonnenschwere Gefährt zum Stehen.

Mehrere Streifen von Landes und Bundespolizei sowie Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr München rückten an, da nicht klar war, ob Personen vom Zug über- oder angefahren worden waren. Beamte der Landespolizei konnten wenig später zwei der Jugendlichen, eine 15- und eine 16-Jährige aus der Au bzw. aus Ramersdorf, aufgreifen. Sie gaben an, ihre beiden Begleiter seien bei Eintreffen der Sicherheitskräfte weggelaufen. Wenig später konnten der 15- und der 16-Jährige aus der Au bzw. Schwabing am Handy erreicht werden und kamen zu den Einsatzkräften.

Jugendliche legen Bahnverkehr lahm und sorgen für Notbremsung - Sie wollten eine Abkürzung finden

Die Jugendlichen schilderten in den ersten Befragungen, dass sie „nur“ eine Abkürzung über die Gleise nehmen wollten. Diese sollte vom Ostfriedhof über den Gleisbereich zum Tassiloplatz führen. Da bei der Erstmeldung unklar war, ob sich noch weitere Personen im Gleisbereich aufhalten, wurde die, bereits nach Eingang der Meldung gesperrte Strecke, auf rund 800 m durch Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr abgesucht.

Keiner der fast 300 Bahnreisenden im Railjet wurde durch die Schnellbremsung verletzt. Bei der Befragung des Lokführers stellte sich heraus, dass dieser „aus Angst einen der Jugendlichen an- oder überfahren zu haben“, eine manuelle Schnellbremsung eingeleitet hatte. Gegen 19:45 Uhr konnte die Bahnstrecke wieder frei gegeben werden.

Nach Bahnchaos in München: Jugendliche geben sich einsichtig

Die vier Jugendlichen wurden zum Revier der Bundespolizei am Ostbahnhof verbracht. Es konnten alle Erziehungsberechtigte erreicht werden. Jeweils mindestens ein Elternteil erschien zwischen 19:50 und 20:30 Uhr auf dem Bundespolizeirevier München-Ost. Da sich der Anfangsverdacht des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr durch die Schnellbremsung erhärtet hatte, wurden alle Jugendlichen, zugleich Beschuldigte im Strafverfahren, im Beisein der Erziehungsberechtigten belehrt. Sie werden von Beamten der Kriminalprävention eigens noch zu Gesprächen über Gefahren im Bahnverkehr zur Bundespolizei eingeladen.

Jugendliche legen Bahnverkehr in München lahm: Eltern müssen vielleicht alles bezahlen

Neben den strafrechtlichen Ermittlungen können auf die vier bzw. deren Erziehungsberechtigte auch Kosten für den Einsatz der Bundespolizei bzw. privatrechtliche Forderungen der Deutschen Bahn AG hinzukommen.

Alle vier Jugendlichen kooperierten mit den Sicherheitskräften und haben polizeilichen Maßnahmen Folge geleistet, wirkten von der Situation eingeschüchtert.

Durch den Vorfall kam es zu erheblichen betrieblichen Auswirkungen im Bahnverkehr. 21 Züge/S-Bahnen erhielten insgesamt 732 Verspätungsminuten. Ein Zug musste umgeleitet werden. Der RJ84 und dessen Reisende konnten erst nach rund 85 Minuten ihre Fahrt zum Hauptbahnhof fortsetzen.

Bahnchaos in München: Bundespolizei warnt ausdrücklich! Bitte nicht machen“

Die Münchner Bundespolizei warnt vor dem lebensgefährlichen Betreten von Bahnanlagen, insbesondere auch der Gleise. „Kurz ein Selfie“ oder „schnell abkürzen“ oder einfach – wie im aktuellen Fall - „mal so auf den Schienen balancieren“, kann dein Leben oder auch das Leben deiner Freunde kosten! Von den Folgen für Freunde, Bekannte und Verwandte, wie Eltern oder Großeltern ganz zu schweigen.

Die Jugendlichen sind zumindest in ihrem Leichtsinn nicht alleine. Erst vor Kurzem sorgte ein Münchner am Marienplatz für eine lebensgefährliche Situation, weil er einfach übers S-Bahn-Gleis spazierte. Alle News und Geschichten aus München lesen Sie immer brandaktuell und nur auf tz.de/muenchen.

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