Auch Diskussion über DFB-Minispielfeld

Zoff um Jugendspielplatz geht weiter: Anwohner „fühlen sich zunehmend attackiert“

Vor einem kleinen Fußballfeld steht ein Streetballkorb, rechts davon befinden sich mehrere Personen auf einem Platz mit mehreren Klettergeräten.
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Der Korb muss weg: Vor allem von der Streetball-Anlage soll viel Lärm ausgehen, monieren Anwohner.

Ein neugestalteter Jugendspielplatz sorgt für Unmut bei den Anwohnern. Doch damit will sich der Bezirksausschuss nicht so einfach abfinden. Ein Zugeständnis lässt sich das Gremium trotzdem entlocken.

München - Schon bei der Einweihung im September 2020 hatten es einige Lokalpolitiker geahnt: Die rund 750.000 Euro teure Neugestaltung des Jugendspielplatzes an der Veilchen-/ Ecke Krokusstraße wird nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Und tatsächlich kam es schon wenige Tage nach dem Einweihungsfest zu Beschwerden aus der Nachbarschaft. Jetzt ist der Konflikt offenbar eskaliert.

In der jüngsten Bezirksausschusssitzung forderten einige Anwohner sogar die Stilllegung bzw. Verlegung des Spiel- und Bolzplatzes. Der Vorwurf: Die Stadt habe ihre Interessen nicht berücksichtigt. „Wir sind nicht zur Duldung dieser Lärmbelästigungen verpflichtet“, heißt es in einem Schreiben zweier Spielplatz-Nachbarn an das Referat für Gartenbau.

Streit um Jugendspielplatz: Anwohner beschweren sich über „Impulsbelastungen“ durch Ballspiele

Die „Lärmentwicklung, die mit der Nutzung des neu gestalteten Platzes einhergeht“, beschreiben sie als „nicht zumutbar“. Vor allem die „Impulsbelastungen“ die beim Aufschlagen des Balles entstehen, etwa beim Street-Basketball und auch Fußballspiel, seien störend. Das schilderte einer der Betroffenen den Mitgliedern des Bezirksausschusses.

Unverständlich sei zudem, warum man die Streetballanlage wider besseres Wissen in die Nähe der Wohnbebauung zur Veilchenstraße hin versetzt habe. Zudem sei die Umgestaltung „zu gut“ gelungen: Der Spielplatz sei durch den Umbau äußerst attraktiv geworden und somit deutlich mehr frequentiert als früher. Sogar Erwachsene im Wettkampfmodus hätten die neuen Trendsportanlagen für sich entdeckt. Die Anlage werde seit ihrer Ertüchtigung die ganze Woche zum Teil von früh bis spät, vor allem an Samstagen und Sonntagen genutzt. „Wir fühlen uns zunehmend attackiert“, brachte es einer der Nachbarn auf den Punkt.

Da überwog die Freude noch: Lokalpolitiker und Mitarbeiter des Gartenbaureferats posieren bei der Einweihung des Jugendspielplatzes im Sommer.

Streit um Jugendspielplatz: BA-Mitglieder sehen keinen Grund für Stilllegung

Ein wenig differenzierter sahen die Mitglieder des Bezirksausschusses die Sachlage. Irmgard Hofmann (SPD*) hatte schon anlässlich der Einweihungsfeier im Herbst bedauert, dass die Nachbarn während der Planungsphase nie das direkte Gespräch gesucht hätten.

Birgit Hainz (CSU*) betonte, dass man jahrzehntelang versucht habe, eine Lösung zu finden, und machte zusammen mit ihren Kolleginnen Hofmann und Unterberg (Grüne*) unmissverständlich klar, dass der Jugendspielplatz weder stillgelegt noch verlegt werde. „Der Spielplatz hat Bestandschutz und ist deswegen auch in dieser Form möglich“, äußerte sich Birgit Hainz. „Der Bezirksausschuss will den Platz,“ so BA-Vorsitzende Renate Unterberg.

Streit um Jugendspielplatz: Streetballkorb wird geopfert - „hatten da Bauchschmerzen“

Zu einem Kompromiss waren die Lokalpolitiker dennoch bereit. Hainz und Hofmann signalisierten die Bereitschaft ihrer Fraktionen, einem Abbau des Streetballkorbes zuzustimmen. „Wir hatten da auch Bauchschmerzen. Der ist zu laut“, gab die SPD-Politikerin freimütig zu. Auch ihre Kollegin von der CSU meinte, dass man den Streetballkorb von Anfang an kritisch gesehen habe.

Nur die BA-Vorsitzende weigerte sich, die strittige Lärmquelle so einfach zum Abschuss freizugeben. „Wir wollen nicht, dass jetzt ein Gerät abgebaut wird und dann noch eines und noch eines“, so Unterberg. Wenn man schon den Korb opfere, dann nur, wenn dann auch alle mit diesem Kompromiss leben könnten.

So ganz wollten sich die Anwohner darauf nicht einlassen. Vor allem beim DFB*-Minispielfeld bestand bei einigen weiterhin Diskussionsbedarf. Mit der Zusage, dass dahingehend im Sommer noch einmal nachverhandelt werden könne, ließen sich die Spielplatz-Nachbarn schließlich auf den Kompromissvorschlag ein - woraufhin der Bezirksausschuss einen Abbau des Streetballkorbes einstimmig befürwortete. (Margot Deny) *tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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