Junkies fliegen als Fahrkartenfälscher auf

München - Eine ganze Bande drogenabhängiger Fahrkartenfälscher und -verkäufer ist in München nach einem anonymen Hinweis aufgeflogen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung kam sogar noch mehr ans Licht.

Ein heißer Tipp aus der Drogenszene rings um die Giselastraße führte die ­Polizei auf die Spur einer Fälscher-Truppe, die seit 18 Monaten im Münchner Drogenmilieu Kasse machte – mit falschen MVV-Tickets. Speziell die Monatskarte Isarcard erfreute sich größter Beliebtheit.

Ein Mitarbeiter der MVG bekam im März einen anonymen Hinweis, dass in der Nähe eines Schnellrestaurants in der Giselastraße eine Frau stets zum Monatsende gefälschte Fahrkarten verkauft. Der nächste Termin sei der 30. März. Tatsächlich erschien dort eine 40-Jährige aus Freising, die bereits erwartet wurde. Sie wurde festgenommen und gestand – darunter auch den Namen des Fälschers. Bei der Durchsuchung des 49-Jährigen aus Karlsfeld wurden ein PC und zwei Drucker für die Kartenherstellung gefunden.

Mittlerweile steht fest, dass er ein funktionierendes Vertriebsnetz mit diversen Zwischenhändlern aufgebaut hatte. Er sitzt in U-Haft. Der Kreis der Eingeweihten umfasste 13 Männer und Frauen aus dem Drogenmilieu. Am Donnerstag wurden zehn Wohnungen durchsucht. Im Westend erlebte die Polizei eine Überraschung: Dort betrieb ein 36-Jähriger eine klimatisierte Marihuana-Plantage mit über 60 Pflanzen.

Nach den Berechnungen der Polizei hat die Fälscher-Combo in der Münchner Drogenszene in 18 Monaten mindestens 1800 gefälschte Monatskarten unters Volk gebracht. Der Gewinn, der der MVG entgangen ist, wird auf etwa 108 000 Euro geschätzt.

Die Fälschungen wurden natürlich nur zu einem Bruchteil des regulären Isarcard-Preises (im Durchschnitt 60 Euro) verkauft.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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