Schwindler vor Gericht

Betrugsopfer erneut abgezockt

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München - Drei mutmaßliche Schwindler haben 900.000 Euro von wohlhabenden Bürgern erbeutet. Die Opfer wurden anhand einer Liste ausgewählt.  

Einmal leichtgläubig, immer leichtgläubig: Nach diesem Motto sollen drei mutmaßliche Schwindler betuchte Opfer von Kapitalanlagebetrügereien noch einmal abgezockt haben. Zwei der Männer stehen seit Donnerstag wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs mit einem Schaden von über 900 000 Euro vor dem Münchner Landgericht, dem dritten wirft die Staatsanwaltschaft Urkundenfälschung vor.

Die Daten ihrer Opfer sollen die Angeklagten einer Liste wohlhabender Bürger entnommen haben, die zuvor von einer anderen Betrügergruppe hereingelegt worden waren. Wie die 56 und 57 Jahre alten Männer an diese Liste gelangt sind, blieb bislang ungeklärt. Jedenfalls ließen sich zwölf Kapitalanleger aus Nordrhein-Westfalen ab Mai 2012 beschwatzen, für fünf- bis sechsstellige Summen vermeintliche Aktien von erfundenen Unternehmen zu kaufen. Aber ein Mann aus dem oberbayerischen Eurasburg zog die Lehre aus seinen Erfahrungen, lehnte eine Zahlung ab und schaltete die Polizei ein.

Die Angeklagten sollen raffiniert vorgegangen sein. Laut Anklage täuschten sie mit professionell gestalteten Internetseiten die Existenz seriöser Finanzberatungsfirmen vor und wickelten die Kontakte über ein Telefonsekretariat ab, das keine Rückschlüsse auf ihre Identität zuließ. Beim Eintrag der erfundenen Unternehmen ins Handelsregister half ein Notar, der sich von dem falschen Ausweis des dritten Angeklagten täuschen ließ. Dieser wies sich laut Anklage mit dem falschen Papier auch bei Eröffnung der Firmenkonten aus. Die dort eingehenden Gelder wurden zeitnah in bar abgehoben. Der Prozess ist auf zehn Tage angesetzt.

dpa

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