Wo soll das noch hinführen?

Wohnungen wieder teurer! Die komplette Preis-Liste

München - Helmut Thiele ist der Chef des Gutachterausschusses, über seinen Schreibtisch gehen alle Immobilienverkäufe in München – und langsam fällt auch ihm nichts mehr ein.

„Die Investoren sind getrieben von Angst und Gier“, sagt Thiele bei der Vorstellung seiner Bilanz für 2014. Die Kaufpreise sind in Wahrheit nur noch Rauf-Preise!

Der Wahnsinn zeigt sich an einer Schere: Während die Anzahl der Verkäufe und die Größe der Grundstücke schrumpft, wachsen die Umsätze in vielen Bereichen. Sage und schreibe 10,5 Milliarden Euro wurden 2014 insgesamt umgesetzt.

Anmerkung: Verzeichnet sind Durchschnittswerte. Bei kleiner Zahl an Verkäufen sind Ausreißer möglich. Quelle: Jahresbericht des Gutachterausschusses umgerechnet von der tz

Am schlimmsten trifft es die Eigentumswohnungen: Um elf Prozent sind die Preise gestiegen – in einem einzigen Jahr! 11 055 Bleiben wechselten 2014 den Besitzer, darunter 3290 Neubauobjekte. In durchschnittlicher Lage wurden 5600 Euro pro Quadratmeter aufgerufen – also 420 000 Euro für eine 75-Quadratmeter-Wohnung. In guter Lage wird schon mehr als eine halbe Million fällig. Gebrauchte Wohnungen sind kaum mehr günstiger – Altbauten sind sogar noch teurer! Allein seit 2010 sind die Preise um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Das teuerste Einfamilienhaus sei mit rund 27 Millionen Euro die Thomas-Mann-Villa in Bogenhausen gewesen. Aber auch die Preise für einfache, gebrauchte Reihenmittelhäuschen liegen mit 570 000 Euro schon außer Reichweite der meisten Münchner. Selbst unbebaute Grundstücke kosten schon 1500 Euro pro Quadratmeter.

Zudem haben die Gutachter neue Bodenrichtwerte festgelegt: Grundstücke in der Fußgängerzone werden jetzt mit 85 000 Euro bewertet – pro Quadratmeter. Das sind die höchsten Werte in der ganzen Republik.

Osram-Zentrale weicht 370 Wohnungen mit direktem Isar-Anschluss

Der Münchner Licht-Multi Osram hat schon 2012 seine langjährige Firmenzentrale an der Ecke Candidstraße / Schönstraße nach über 45 Jahren verlassen. Die Zentrale des Leucht-Multis befindet sich nun im M.Pire-Hochhaus in der Parkstadt Schwabing. Der Komplex in Untergiesing soll nun in ein neues Wohngebiet umgewandelt werden. Gestern wurden die Anwohner über die Pläne der Hamburger ABG-Unternehmensgruppe informiert, die hier auf 32 000 Fläche 370 Wohnungen direkt an den Isar-Anlagen entwickeln will. Die Herausforderung: Der an der Candidstraße befindliche Verwaltungsbau von 1965 steht unter Denkmalschutz und muss erhalten bleiben. Die Parkplätze dürfen bebaut werden.

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Nur für SMW-Mitarbeiter: 17 Wohnungen in Bestlage

Das Prinzregententheater und das Prinze-Eisstadion liegen gleich um die Ecke, der alte idyllische Haidhauser Friedhof auf der anderen Seite der Einsteinstraße: 17 Beschäftigte der Stadtwerke können sich ab August 2016 über eine Werkswohnung in Bestlage mit Balkon, Loggia oder Terrasse freuen. Gestern setzten OB Dieter Reiter (SPD) und Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach den ersten Spatenstich für das neue Quartier, das an der Ecke Einsteinstraße/Kuglerstraße entsteht.

„Diese Wohnungen sind erst der Auftakt für viele weitere, die wir in den kommenden Jahren errichten werden“, so Bieberbach. Bis 2022 wollen die SWM ihren jetzigen Bestand von 500 Werkswohnungen verdoppeln. So sind weitere 16 Quartiere in einem 2. Bauabschnitt an der Einsteinstraße geplant, außerdem 34 Wohnungen an der Katharina-von-Bora-Straße (Maxvorstadt), dazu 20 in der Netzerstraße in Moosach, 190 am Georg-Brauchle-Ring und 122 am Dantebad.

OB Reiter betont: „Die Stadtwerke gehen beim Werkswohnungsbau mit gutem Vorbild voran. Dieses Modell sollte endlich wieder Nachahmer in der Münchner Wirtschaft finden.“ Viele Konzerne hätten aber ihren Wohnungsbestand in den vergangenen Jahren verkauft.

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Altes Siemens-Gelände

Der Neubau kommt voran: Jetzt gibt es einen Entwurf für das nächste große Wohnviertel! Am alten Siemens-Gelände in Obersendling sollen im umgebauten Hochhaus 270 Wohnungen und unten Neubauten mit 1000 Bleiben entstehen! Den Planungswettbewerb konnten die Architekten Rapp + Rapp (Amsterdam) mit den Gartenarchitekten Lützow 7 (Berlin) unter 22 Teilnehmern für sich entscheiden. Vorgesehen sind fünfgeschossige Häuser mit dreizehnstöckigen Eckpunkten. Der Abriss der Bürobauten beginnt 2016. Der Investor Patrizia steckt über 300 Millionen Euro hinein. Das Hochhaus bekommt eine neue Fassade, Ex-Rennfahrer Hubert Haupt will zehn Millionen Euro in den Umbau stecken.

Die Entwürfe sind bis 25. Mai zu sehen (Hofmannstr. 63, Gebäude 1749), Mo. bis Fr. 15 bis 19 Uhr, Sa. und So. 10 bis 17 Uhr.

David Costanzo

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