Spendenkampagne für Ausbildung des Tiers

Krampfanfälle machen Kerstin W. das Leben schwer - nur ihr Hund Nelo kann helfen

Unzertrennlich: Kerstin W. möchte Nelo zum Assistenzhund ausbilden lassen.
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Unzertrennlich: Kerstin W. möchte Nelo zum Assistenzhund ausbilden lassen.

Seit sechs Jahren wird Kerstin W. immer wieder von Krampfanfällen heimgesucht. Nelo ist ihre große Hilfe in solchen Situationen. Um das Tier zum Assistenshund ausbilden lassen zu können, hat die junge Frau eine Spendenkampagne gestartet.

München - Nelo ist für Kerstin W. (24) der Rettungsanker. Denn der Mischling (eineinhalb Jahre) ist der Einzige, der der Münchnerin helfen kann, wenn sie einen ihrer schlimmen Krampfanfälle hat. Deswegen soll Nelo zum Assistenzhund ausgebildet werden. Kosten: 20.000 Euro. Dafür hat Kerstin W. nun eine Spendenkampagne im Internet gestartet (www.gofundme.com/ein-hund-als-lebensretter).

Denn: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die Ausbildung von Blindenhunden. Nicht aber für die von Helferhunden von Menschen mit anderen körperlichen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. „Die Ärzte wissen bei mir nicht mehr weiter“, sagt Kerstin W. „Ich brauche Nelo, um vor die Tür gehen zu können.“ Die junge Frau leidet an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit einer schweren dissoziativen Störung, kämpft mit Krampfanfällen, Spastiken und Lähmungen.

„Anfälle können bis zu fünf Stunden dauern“

„Die Anfälle kommen von jetzt auf gleich und können zwischen einer halben und fünf Stunden dauern“, erzählt Kerstin W. Ihren ersten Anfall hatte sie vor sechs Jahren: Damals fiel die Zwölftklässlerin in der Schule vom Stuhl und krampfte. Es folgte ein Ärztemarathon, Klinikaufenthalte. Nichts half.

Letzte Hoffnung: ein Assistenzhund. Im Juni 2017 zog Nelo bei der jungen Frau ein. Bei der 18- bis 24-monatigen Ausbildung zum Assistenzhund soll er nun etwa lernen, sich bei einem Anfall auf Kerstin W. zu legen, um sie zu beruhigen.

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R. Weise

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