Nach fast 30 Jahren

Die tz hat die Kini-Krone gefunden

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Hausmeister Wolfram Schachtl (47) ist der Mann, der seit 1996 über die Krone wacht.

München - Da ist das Ding! Die Kini-Krone ist zurück! Jahrelang galt das tonnenschwere Schmuckstück als verschollen, letztmals wurde sie 1986 im Bauhof Sendling fotografiert. Jetzt hat die tz sie aufgespürt.

Da ist das Ding! Die Kini-Krone ist zurück! Jahrelang galt das tonnenschwere Schmuckstück als verschollen, letztmals wurde sie 1986 im Bauhof Sendling fotografiert. Das Problem: Ohne Krone keine Rückkehr auf die Corneliusbrücke – dorthin möchte die CSU-Fraktion das Kini-Denkmal für Ludwig II. gerne wieder stellen. Doch bei der Stadt wusste niemand so recht Bescheid, wo die Krone abgeblieben ist. Laut Bauhof-Mitarbeitern war sie „zur Zeit unauffindbar“. Die tz hat sich auf die Suche gemacht – und ist fündig geworden. Sie liegt gemütlich in einem Hinterhof der Franziskanerstraße 8, auf dem Gelände des städtischen Amtes für Wohnen und Migration.

Dort ist die Krone Teil eines Skulpturenweges, der im Rahmen der Aktion „Kunst am Bau“ geschaffen wurde – anlässlich des Neubaues des Wohnungsamtes zwischen Franziskanerstraße und Gallmayerstraße. „Die Krone ist keineswegs verschollen“, sagt Dagmar Rümenapf vom Baureferat. „Der Künstler hat seinerzeit dort mehrere Fragmente des König-Ludwig-Denkmals für sein Konzept verwendet.“

In diesem Innenhof steht die Krone.

Wie geht’s der Kini-Krone? Die tz hat sie unter die Lupe genommen. Sie steht auf zwei Betonkissen, eingezäunt von einem Bretterverschlag, der sie vor den winterlichen Temperaturen schützen sollte. Hausmeister Wolfram Schachtl (47) ist der Mann, der seit 1996 über die Krone wacht. „So lange steht sie schon hier. Der Künstler kam mit einem Laster. Zehn Skulpturen haben wir im Innenhof“, sagt er. Mehr als 100 Jahre alt ist die Krone inzwischen. Aber sie sieht blendend aus. Auch Dank Schachtl. Er sorgt dafür, dass niemand sie beschmiert oder ihr anderweitig zusetzt. „Die meisten Leute, die vorbeikommen, wissen gar nicht, dass hier die berühmte Kini-Krone liegt“, sagt er. „Einmal wollte einer Brotzeit darauf machen. Das habe ich verhindert.“

Die Kini-Krone ist gefunden! Freude auch bei der CSU. „Wir sind froh, dass die Krone jetzt wieder aufgetaucht ist und haben auch darauf spekuliert, dass das passieren wird“, sagt OB-Kandidat Josef Schmid zur tz. „Es wäre doch wirklich schade, wenn sie nur eingelagert ist und nicht genutzt wird. Das Kini-Denkmal ist ein Symbol für die Besonderheit Bayerns, die Münchner lieben es.“

Vielleicht so sehr, dass es bald wieder auf der Corneliusbrücke steht. Dann darf der König seine Krone wieder tragen!

Andreas Thieme

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