„Corona macht das Ganze schwierig“

Münchner Sehenswürdigkeit schließt nach Asbest-Fund - Pfarrer muss jetzt touren

Pfarrer Rainer Maria Schießler hält einen Gottesdienst in der Kirche St. Maximilian.
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Pfarrer Rainer Maria Schießler bei einem Gottesdienst - damals noch in der Kirche St. Maximilian.

Für gut acht Monate macht die Kirche St. Maximilian wegen Bauarbeiten dicht. Aber Pfarrer Rainer Maria Schießler hat einen Plan.

  • Die Kirche St. Maximilian in München wird von Asbest saniert.
  • Auch hierbei wird Corona zum Problem.
  • „Wir versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen“, sagt Pfarrer Rainer Maria Schießler.

München - Die Kirchenbänke in der bekannten St.-Maximilians-Kirche werden sich am kommenden Sonntag vorerst zum letzten Mal füllen. Ab Montag muss die Kirchentür geschlossen bleiben – dann machen sich Bauarbeiter ans Werk. Der Grund: Im Kirchendach wird Asbest entfernt! Rund acht Monate sollen die Arbeiten dauern. Deswegen weicht Pfarrer Rainer Maria Schießler (60) mit seiner Gemeinde auf andere Quartiere aus.

„Corona macht das Ganze schwierig“, erklärt der Pfarrer gegenüber der tz. Schließlich müssen die Abstände eingehalten werden, was die Platzkapazität einschränkt. Werktags werden die Gottesdienste in der Korbinianskapelle stattfinden. „Dort finden sonst 50 Menschen Platz, derzeit dürfen maximal 20 hinein“, so Schießler. Jeden Sonntag um 9.30 Uhr wird Schießler in der Kirche St. Jakob am Anger predigen. Doch auch hier dürfen nur um die 80 Menschen rein. Daher wird der Pfarrer zusätzlich auf Tournee gehen – und jeden Sonntag um 11 Uhr an einem anderen Ort Messen abhalten.

St. Maximilian in München soll in acht Monaten von Asbest befreit sein.

Wegen Asbest und Corona auf Tournee: „Wir haben keine Angst vor den Monaten“

„Wir versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen“, erklärt er. Und er hat schon einige illustre Orte auf seiner Liste: Los geht es am 28. Februar in der alten Kongresshalle am Bavariapark. Es folgen Messen in den Festsälen am Nockerberg und im Hofbräuhaus, im Werk 3 am Ostbahnhof und im Tierheim München. Auch im Freien will Schießler im Sommer predigen. Es werden ganz einfache Gottesdienste, erklärt der Pfarrer. „Aber wir haben keine Angst vor den Monaten.“ Egal wo, immer dabei sein wird ein neues Maskottchen: eine Königsfigur, geschnitzt aus einem 300 Jahre alten Holz eines Bauernhauses.

Das Asbest im Dämmmaterial im Dach der Kirche wurde bereits im April 2019 bei einer Überprüfung entdeckt. Gefahr bestand bisher nicht, da die krebserregende Faser im Material gebunden war. Die Asbest-Sanierung hätte eigentlich bereits 2020 starten sollen, wurde aber verschoben. Wann Pfarrer Schießler wieder in seine Pfarrkirche kann, ist noch nicht klar. Im Idealfall wohl Ende Oktober. „Weihnachten 2021 werden wir bestimmt wieder in St. Maximilian verbringen“, hofft Schießler. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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