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Attacke auf Klima-Kleber in München: Autofahrer geht Aktivisten wohl körperlich an

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Von: Phillip Plesch

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Klima-Kleber protestieren, die Nerven liegen blank: Offenbar griff ein Autofahrer einen Aktivsten an
Klima-Kleber protestieren, die Nerven liegen blank: Offenbar griff ein Autofahrer einen Aktivsten an. © Twitter

Klimaaktivisten haben wieder auf Münchens Straßen zugeschlagen und Teile des Verkehrs lahmgelegt. Empörte Autofahrer sind die Folge - und auch körperliche Gewalt.

München - Die Fronten verhärten sich weiter. Am Dienstag gab es in München erneut mehrere Straßenblockaden der Letzten Generation. Die Folge: Auf der Autobahn 96 bildete sich ein kilometerlanger Stau bis zur Anschlussstelle Gräfelfing. Die Pendler brauchten gute Nerven. Die hatte offenbar nicht jeder, wie ein Foto zeigt, das die Aktivisten auf Twitter teilten. Dort ist zu sehen, wie wütender Autofahrer einen der Klima-Kleber auf die Motorhaube seines Wagens drückt. Der Polizei ist davon nichts bekannt. Der Vorfall geschah wohl vor ihrem Eintreffen.

Gegen 8 Uhr waren vier Männer und zwei Frauen am Ende der Autobahn 96 am Übergang zum Mittleren Ring zusammengekommen. Vier klebten sich auf die Fahrbahn, einer klebte sich an die Hand eines anderen und ein weiterer setzte sich dazu. Dadurch sollte wohl die Durchfahrt für Rettungskräfte ermöglicht werden.

Münchner Verkehr von Klimaaktivisten beeinrächtigt - Kleber von Montag wieder am Werk

Offensichtlich handelt es sich bei den sechs Klima-Klebern um dieselben, die bereits am Montag am Stachus für Behinderungen gesorgt hatten. Denn bei dieser Aktion war keiner der Aktivisten in Gewahrsam genommen worden. Einen entsprechenden Antrag der Polizei hatte das Amtsgericht am Montag abgelehnt.

Gegen 11 Uhr war der Spuk für die Autofahrer am Dienstag dann vorbei und die Straßensperre wurde aufgehoben. Die Klima-Kleber kamen aufs Präsidium. Erneut wird gegen vier Beteiligte der Antrag auf ein Gewahrsam geprüft. Eine weitere Aktion mit fünf Aktivisten gab es am Vormittag nicht weit weg an der Abfahrt vom Ring Richtung Preßburger Straße. Zudem hatte einer versucht, auf einer Schilderbrücke vor dem Luise-Kiesselbach-Tunnel ein Transparent aufzuhängen.

Am Ende der Autobahn 96 sorgten die Klima-Kleber am Dienstag für eine Vollsperrung
Am Ende der Autobahn 96 sorgten die Klima-Kleber am Dienstag für eine Vollsperrung. © Oliver Bodmer

Auf der A 9 bei Fröttmaning war am Morgen außerdem eine junge Frau auf eine Brücke geklettert und hatte sich dort festgeklebt. Die Fahrbahn in Stadtrichtung musste kurz gesperrt werden. „Natürlich hätten wir uns gern auf eine staade Weihnachtszeit vorbereitet“, sagt Polizeisprecher Andreas Franken. Die sehr dynamische Einsatzlage fordere die Polizei enorm. Daher werde das Polizeipräsidium das taktische Vorgehen jetzt neu überdenken.

Klimaaktivisten in München: Behörden wollen umdenken

„Da die Klimaaktivisten erstmalig Zeit und Ort einer Versammlung angekündigt haben, war es die Aufgabe der Sicherheitsbehörde, diese Versammlung durch Auflagen zu regeln“, teilt das KVR auf Nachfrage zum Montagsprotest am Stachus mit. Durch ihr Vorgehen hätten die Aktivisten bedauerlicherweise klar zum Ausdruck gebracht, dass sie sich weder an geltendes Recht noch an den für Versammlungen geltenden Rahmen halten würden. Daher kündigt das KVR an, „diesen Umstand zusammen mit der Polizei für das künftige Vorgehen zu würdigen.“  

Am Montag wollte eine Klimaaktivistin im Alleingang die A9 bei München blockieren. Ein Video zeigt, wie ein herbeigeeilter Polizist reagiert.

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