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Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei: Klimakleber sollen nach Stachus-Aktion jetzt richtig blechen

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Von: Phillip Plesch

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Hand-in-Hand-Protest: Zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ haben sich gestern auf der Sonnenstraße festgeklebt.
Hand-in-Hand-Protest: Zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ haben sich gestern auf der Sonnenstraße festgeklebt. © News5

Nächste Aktion der Klima-Kleber am Stachus: Wieder kamen Mitglieder der „Letzten Generation“, um sich an der Straße festzukleben. Drei Menschen ist das gelungen.

München - Und am Ende klebten sie doch: Wie angekündigt, sind einige Aktivisten der „Letzten Generation“ am Dienstag zum Protest an den Stachus gekommen. Auch die Polizei war schon da. Es entwickelte sich ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Beamten und Demonstranten. Mit dem Ergebnis, dass drei Menschen mit Kleber an der Straße pappten.

Per Allgemeinverfügung hatte das Kreisverwaltungsreferat vor über einer Woche Klebe-Aktionen auf der Straße im Zusammenhang mit Demonstrationen verboten. Umso gespannter durfte man sein, als die Aktivsten für den gestrigen Dienstag die nächste Aktion angekündigt hatten. Um 8 Uhr sollte es am Stachus losgehen.

Klimakleber erneut unterwegs: Über 50 Polizisten am Stachus im Einsatz

Über 50 Beamte waren dort, um die Lage im Blick zu behalten. Zunächst lief auch alles relativ harmlos ab. Sieben Aktivisten versammelten sich mit Bannern auf einer Verkehrsinsel und verbreiteten so ihre Botschaften. Als bei drei Aktivsten Kleber festgestellt wurden, kamen diese Leute auf die Wache. Die anderen wurden weggeschickt.

Mit Bannern kamen Mitglieder der „Letzten Generation“ zum Stachus.
Mit Bannern kamen Mitglieder der „Letzten Generation“ zum Stachus. © Jens Hartmann

Nur kurze Zeit später waren die Aktivisten der „Letzten Generation“ dann erfolgreich. An der Kreuzung Sonnenstraße/Schwanthalerstraße klebten zwei aneinander und einer davon mit der Hand auf der Fahrbahn. Der Verkehr musste umgeleitet werden. Kurz darauf versuchten drei weitere Aktivisten, sich festzukleben. Zwei wurden daran von der Polizei gehindert, einem gelang es aber.

Die Aktivisten wurden von der Straße gelöst und auf eine Polizeiwache gebracht. Insgesamt wurden sechs Männer zwischen 18 und 50 Jahren und vier Frauen zwischen 21 und 42 Jahren von den Beamten festgenommen.

Nach Aktionen in München: Jetzt drohen den Aktivisten hohe Strafen

Die Polizei zog ein positives Fazit des Einsatzes: „Unser Konzept ist aufgegangen“, sagt Sprecher Andreas Franken. Die Polizisten hätten mehrere Klebe-Versuche verhindern können – und wenn das nicht gelang, seien sie schnell dort gewesen, um die Situation zu klären. „Wir können nicht den ganzen Altstadtring mit Kräften fluten“, sagt Franken. Wie diese Woche berichtet, wird die Polizei nun die Kosten für den Einsatz geltend machen. Mindestens 250 Euro sollen fällig sein.

Verhindert: Ein Polizist zieht eine junge Frau von der Straße.
Verhindert: Ein Polizist zieht eine junge Frau von der Straße. © Jens Hartmann

Derweil wird geprüft, ob die Aktivsten erneut in Polizeigewahrsam genommen werden und womöglich sogar Weihnachten hinter Gittern verbringen. Zwei Aktivisten wurden nach vorherigen Aktionen ja bereits bis 5. Januar festgesetzt. Beim Protest am Dienstag waren nämlich mehrere Menschen dabei, die erst am Wochenende aus der JVA entlassen worden waren.

Zudem ist die Frage, welche strafrechtlichen Konsequenzen der Verstoß gegen die Allgemeinverfügung hat. „Die Folgen für Verstöße ergeben sich aus dem Bayerischen Versammlungsgesetz“, teilt das KVR mit. Demnach sind Geldstrafen bis zu 3000 Euro möglich. Wer die Aktion anführt, könnte sogar für ein Jahr ins Gefängnis wandern.

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