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Polizei bittet Klima-Kleber zur Kasse – nächste Blockade-Aktion am Stachus für Dienstag angekündigt

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Von: Phillip Plesch

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Künftig kostenpflichtig: Ein Polizist löst einen festgeklebten Klima-Aktivisten von der Fahrbahn ab.
Künftig kostenpflichtig: Ein Polizist löst einen festgeklebten Klima-Aktivisten von der Fahrbahn ab. © Bodmer

Die Klima-Kleber haben die nächste Aktion in München angekündigt. Die Polizei bereitet sich darauf vor, und gibt neuen Plan bekannt.

Widerstand statt Weihnachten: Unter diesem Motto planen die Aktivisten der „Letzten Generation“ ihren nächsten Protest. Auf Twitter kündigten sie an, sich am Dienstag um 8 Uhr wieder auf der Straße am Stachus festzukleben. Und das, obwohl die Stadt genau solche Aktionen per Allgemeinverfügung untersagt hat. Der Klima-Kampf geht in die nächste Runde – und Autofahrer sollten mal wieder viel Geduld mitbringen. Dafür will die Polizei die Aktivisten nun zur Kasse bitten.

München: Kosten können für Klima-Kleber bis in vierstelligen Bereich steigen

„Wir werden, wenn es wieder vorkommen sollte, die Kosten, die beim Lösen von der Straße anfallen, geltend machen“, sagt Polizeisprecher Andreas Franken. Die beginnen bei 250 Euro und können je nach Dauer des Einsatzes auch in den vierstelligen Bereich steigen. Die Polizei ist für Dienstag jedenfalls gewappnet und will genügend Kräfte zum Stachus schicken. „Unser Ziel ist es, lokale Aktionen zu verhindern“, sagt Franken. Das Problem: Es ist unklar, in welcher Form der Protest erfolgt. Die Polizei könne nicht überall gleichzeitig sein. „Wir haben den Altstadtbereich im Fokus, aber wir werden die Innenstadt nicht mit Kräften fluten“, sagt Franken.

Sieben Aktivisten wieder auf freiem Fuß

Vor zwei Wochen sah die Sache noch anders aus. Damals gab es für die Demonstration der Aktivisten einen Versammlungsbescheid. Doch der Versuch der Stadt, mit den Aktivisten zu kooperieren, scheiterte krachend. Also wurde ab dem 10. Dezember die Allgemeinverfügung erlassen.

Zuletzt kam es am Münchner Flughafen zu einer Blockadeaktion: Vier Männer zwischen 19 und 60 Jahren hatten sich auf einem Rollweg der nördlichen Start- und Landesbahn festgeklebt. Drei Frauen zwischen 30 und 42 Jahren wollten im Süden des Airports über einen Zaun steigen, was verhindert wurde. Die Sieben waren in Gewahrsam genommen worden und wurden am Samstag planmäßig wieder entlassen. Zwei Aktivisten sitzen noch bis 5. Januar in München hinter Gittern. Es würde nicht überraschen, wenn am Dienstag wieder dieselben Gesichter zu sehen sind. Auch, wenn die Aktivsten damit provozieren würden, Weihnachten in Stadelheim zu verbringen. Ganz nach dem Motto: Widerstand statt Weihnachten.

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