Reissl greift Lorenz an

Klinik-Misere infiziert die Grünen

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Unter Druck: Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne).

München - Eine Million Euro Miese Woche für Woche: Die Städtischen Kliniken bleiben in Lebensgefahr – ein Wettlauf mit der Zeit! Und die Not-OPs kommen nicht voran.

Die Misere greift um sich: Jetzt hat sich der erste hohe Politiker angesteckt – der grüne Stadtminister für Gesundheit und Umwelt, Joachim Lorenz.

Er geriet unter Beschuss – nicht aus der Opposition, sondern aus der eigenen Koalition: Dem Fraktionschef der SPD, Alexander Reissl, lief die Galle über. Er blaffte Lorenz vor dem versammelten Stadtrat an: „Sie tun so, als wäre das ein vollkommen neues Thema!“ In Reissls Augen hatte der Gesundheitsreferent über einen einzelnen Einschnitt eine „dürftige“ Beschlussvorlage für das Rathaus geliefert und dies auf Zeitdruck aus dem Ältestenrat geschoben. „Sie wissen doch selber, wie dringlich das Thema der Geschäftsführung ist!“ Da staunte die Opposition erst und applaudierte dann – manch einer raunte gar von einer „Hinrichtung“. Hinterher nahm OB Christian Ude (SPD) seinen Referenten nur zum Teil in Schutz.

Umso schlimmer: Der Angriff kam ohne Not – inhaltlich waren Lorenz und Reissl nicht weit auseinander. Die Klinik-Chefs wollen Wäscherei und Reinigung schließen und an externe Firmen vergeben. Nach tz-Informationen ließen sich so realistisch fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr sparen. So kam es mit großer Mehrheit. Rot-Grün setzte durch, dass die Stadt die 380 Mitarbeiter übernimmt.

Die Opposition nahm die Attacke dankend an. CSU-Fraktionschef Josef Schmid sah in der Bummelei „Murks in Folge“. Weder Lorenz noch Aufsichtsratschef Hep Monatzeder (Grüne) seien der Rettung gewachsen, nachdem ein anderer, seit Juni geplanter Schritt verschoben werden musste – eine Studie über die Fusion der Kliniken Schwabing und Bogenhausen. Auch der Linke-Stadtrat Orhan Akman ätzte gegen die Grünen. „Sie haben es in den Sand gesetzt, weil sie keine Ahnung von Wirtschaft haben.“

DAC

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