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Um Schließung zu verhindern: Klinikum Neuperlach startet Petition - schon über 16.000 Unterschriften

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Personal des Klinikums Neuperlach
Das Personal der geburtshilflichen Abteilung im Klinikum Neuperlach will eine Zusammenlegung mit dem Harlachinger Standort verhindern. © Privat

Die geburtshilfliche Abteilung des Klinikums Neuperlach soll nach Harlaching verlagert werden. Das Personal kämpft mit einer Petition gegen die Zusammenlegung.

München - Kürzlich schlugen die Krankenhäuser in München Alarm: Die Inflation und die steigenden Energiepreise können laut dem Chef der München-Klinik, Axel Fischer, ganze Einrichtungen in die Insolvenz stürzen. Das Zusammenlegen oder gar die Schließung einzelner Stationen erscheint als logische Maßnahme, um Kosten zu sparen. Genau deshalb fürchtet die geburtshilfliche Abteilung im Klinikum Neuperlach um ihre Existenz – und kämpft leidenschaftlich darum.

Geburtshilfliche Abteilung des Neuperlacher Klinikums kämpft mit einer Petition gegen eine Zusammenlegung

Das Neuperlacher Klinikum ist einer von fünf Standorten der München-Klinik, die weiteren befinden sich in Bogenhausen, Schwabing, Harlaching und der Thalkirchner Straße. Schon im Jahr 2015 beschloss der Stadtrat, die geburtshilflichen Abteilungen in Harlaching und Neuperlach zusammenzulegen. Doch nach massiven Protesten und einer ersten Petition mit über 5.000 Unterschriften wurde entschieden, die Frauenklinik in Neuperlach bis 2024 zu erhalten.

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Jetzt startet das aus insgesamt 50 Hebammen und (Kinder-)Krankenschwestern bestehende Team erneut eine Petition. Eine Schließung der Frauenklinik würde „eine Verschlechterung der Versorgung für alle Familien in Neuperlach und der angrenzenden Stadtbezirke, sowie für das Umland bedeuten.“ Die Motive der geplanten Schließung der Neuperlacher Geburtsstation sind für die Mitarbeiter klar: „Diese Zentralisierungspolitik basiert auf wirtschaftlich begründeten Sparmaßnahmen und hat nicht eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung als Ziel.“

Neuperlacher Frauenklinik wird von Ex-Patienten für Betreuung und Fachwissen gelobt

Als Gründe für den Erhalt der geburtshilflichen Abteilung nennen die Petiteure die steigenden Geburtenzahlen in München und insbesondere auch in Neuperlach. Das eingespielte Team habe die Möglichkeit, Frauen persönlich und bedürfnisorientiert in der Nähe ihres Wohnorts zu betreuen. In größeren Häusern sei dies nicht möglich. Bei einer Schließung würden einige Mitarbeiter zudem nicht in der Geburtshilfe weiterarbeiten können oder wollen.

Aktuell hat die Petition über 16.000 Unterschriften. Unter der Beschreibung können die Unterstützer einen Text verfassen, warum sie die Petition unterzeichnet haben. Die engagierte, individuelle und medizinisch gute Betreuung wird dort immer wieder hervorgehoben. „Die Geburtshilfe in Neuperlach ist außerordentlich gut und dort findet eine liebevolle – auf medizinisch höchstem Niveau – individuelle Betreuung der Gebärenden statt“, schreibt eine Frau beispielsweise.

Über 16.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet

Eine andere Dame, die dort ihre Kinder zur Welt brachte, setzt noch einen oben drauf. „Ich habe hier mehrfach entbunden und das Team ist vom Himmel entsandt ist! Das soll jeder erleben dürfen!“ Ein weiterer Erfahrungsbericht: „Es ist eine sehr gute Geburtsabteilung. Ich habe nur gute Erfahrung gemacht. In anderen Kliniken war das nicht so.“

Mit 25.000 Unterschriften wäre die Petition einer der meist gezeichneten auf change.org, der weltweit größten Petitionsplattform. Ob die Zusammenlegung der Neuperlacher Geburtsstation mit der in Harlaching verhindern kann, bleibt aber abzuwarten. (jg)

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