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Frauenklinik kämpft um Erhalt in München: Petition erregt viel Aufmerksamkeit – „Ich war schockiert“

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Von: Felix Herz

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Die Geburtshilfe-Abteilung des Klinikum Neuperlach soll geschlossen werden – die Hebammen und Krankenschwestern wehren sich nun (Symbolbild).
Die Geburtshilfe-Abteilung des Klinikum Neuperlach soll geschlossen werden – die Hebammen und Krankenschwestern wehren sich nun (Symbolbild). © Fotostand / IMAGO

Die Geburtshilfe-Abteilung des Klinikum Neuperlach soll geschlossen werden – doch die Mitarbeiter wehren sich. Mit einem Appell und einer Petition.

München – Die Zeilen der Petition lesen sich dramatisch: Mit einem Appell auf change.org kämpfen die Krankenschwestern und Hebammen der Geburtshilfe-Abteilung des Klinikum Neuperlach um den Erhalt.

Die drohende Schließung der Frauenklinik „würde eine Verschlechterung der Versorgung für alle Familien in Neuperlach und der angrenzenden Stadtbezirke, sowie für das Umland bedeuten“, heißt es in der aufgemachten Petition. Mit dieser wollen die Initiatoren und Unterstützer einen Stadtratsbeschluss umkehren.

Frauenklinik soll schließen: Mitarbeiter kämpfen mit Petition dagegen

Hintergrund der Schließung ist dem Petitionsschreiben zufolge der Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2015, der „die Zusammenlegung der geburtshilflichen Abteilungen von Harlaching und Neuperlach 2024 plant“. Dies geschehe den Initiatoren zufolge auf Basis von wirtschaftlichen Sparmaßnahmen – um eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung gehe es nicht.

Die Zusammenlegung der Kreißsäle sieht eine Verlegung des Neuperlacher Personals nach Harlaching vor – damit geht die Schließung der Frauenklinik in Neuperlach einher. Man sei gegen die „profitorientierten Maßnahmen im Gesundheitswesen“ und wolle mit der Petition gegen die Schließung ankämpfen, heißt es.

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Petition zeigt, warum Erhalt der Frauenklinik wichtig ist

Im Rahmen der Petition liefern die Hebammen und Krankenschwestern auch handfeste Gründe für den Erhalt der Geburtshilfe-Abteilung im Klinikum Neuperlach. Nicht nur wachse der Münchner Osten, weswegen mehr, statt weniger geburtshilfliche Abteilungen gebraucht werden. Auch sei man als Standort ohne Personalmangel und mit einem eingespielten Team wichtig für die Umgebung.

Neben zahlreichen Hebammen und Gynäkologinnen haben unter anderem auch Mechthild Hofner, die 1. Vorsitzende des Bayrischen Hebammenverbandes und Markus Rinderspacher, Mitglied des bayerischen Landtags und SPD-Abgeordneter für den Stimmkreis München-Ramersdorf die Petition unterschrieben.

Zahlreiche Gründe für den Erhalt – Starke Unterstützung in den Kommentaren

Etwas mehr als 17.500 Unterstützer (Stand 26. November, 18 Uhr) zählt die Petition derzeit. In den Kommentaren zum Schreiben der Hebammen und Krankenschwestern wechselt der Ton zwischen Unterstützung und Empörung über die drohende Schließung.

„Ich habe erst gestern mein Kind dort zur Welt gebracht und war schockiert als ich davon hörte“, schreibt zum Beispiel eine Frau. Viele weitere Kommentare lesen sich ähnlich, entweder berichten Frauen von den durchweg guten Erfahrungen, die sie in der Geburtshilfe-Abteilung des Klinikums Neuperlach gemacht haben, oder wie wichtig deren Standort-Erhalt für die Umgebung sei.

Der nächste Meilenstein ist für die Petition bereits in Sichtweite: Bei 25.000 Unterschriften wird sie zu einer der „meist gezeichneten Petitionen auf change.org“, heißt es auf der Website. Bereits im Jahr 2017 war eine Petition ins Leben gerufen worden und mit 2000 Unterstützern an Bürgermeister Dieter Reiter überreicht worden – mit bereits mehr als siebenmal so vielen Unterstützern scheint der neue Anlauf vielversprechender. (fhz)

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