Münchner Polizei warnt vor Falschfahrern

Knapp 3000 Unfälle im Jahr: Radeln in München kann sehr gefährlich sein

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2862 Unfälle mit Radlern wurden 2017 registriert, 1314 Mal waren dabei die Radfahrer schuld, 270 Unfälle passierten wegen so genannten Geisterradlern.

Radfahren in München - das kann schön sein, das kann aber auch sehr gefährlich sein. Die Polizei warnt vor hohem Unfallrisiko, vor Radlrambos und vor Geisterradlern!

Nur zwei Stunden an einer Kreuzung in Neuhausen haben es gezeigt: Münchens Radfahrer spielen viel zu oft mit dem Feuer! Die Münchner Polizei hat am Montagmorgen von 8 bis 10 Uhr kontrolliert und 42 so genannte Geisterradler erwischt. Gemeint sind Fahrradfahrer, die auf dem Radweg vorsätzlich in der falschen Richtung unterwegs sind. Die Polizei schlägt Alarm. Denn dieses Phänomen ist der Hauptgrund für Unfälle, die 2017 von Radfahrern verursacht wurden.

Das Risiko radelt immer mit 

Mit einem Präventionsfilm hat die Polizei im Rahmen der Kampagne „Gscheid radln –aufeinander achten“ bereits auf die Gefahren des toten Winkels aufmerksam gemacht. Besonders bleibt den Münchner Bürgern der tragische Unfalltod von Loreeley (9) Anfang Mai in Erinnerung. Die Schülerin war mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zum Unterricht, an einer Kreuzung wurde sie von einem Lastwagen überrollt. Das Mädchen starb im Krankenhaus. Dieser Fall zeigt: Das Risiko radelt gerade in einer Stadt mit hohem Verkehrsaufkommen immer mit. Doch nicht immer passieren Unfälle, weil sich Auto- oder Lkw-Fahrer falsch verhalten.

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Oft sind Radfahrer auch die Verursacher, wie 2017 insgesamt 1314 Fälle bewiesen. Erschreckend hoch ist dabei auch der Anteil der Geisterradler, die durch ihr Fehlverhalten Unfälle verursachten. Für das vergangene Jahr listet die Polizei 270 Unfälle mit Geisterradlern auf. Polizeioberkommissar Benedikt Hihler mahnt Autofahrer und Radler zu mehr Disziplin: „Unfälle lassen sich nur durch Rücksichtnahme und die Einhaltung der Verkehrsregeln vermeiden.“

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Bei der Schwerpunktaktion am Montag gingen den Polizisten 42 Falschfahrer ins Netz. Sie alle wurden angehalten, belehrt und zur Kasse gebeten. 20 Euro Bußgeld kostet das Vergehen. Ob das unbelehrbare Radl-Rambos vernünftiger macht? Fraglich. Am zweithäufigsten verursachen Radfahrer Unfälle, wenn sie alkoholisiert unterwegs sind. Im Jahr 2017 waren 112 verunfallte Personen nachweislich betrunken. Auch die Missachtung der Vorfahrt ist ein häufiger Unfallgrund (107). In 97 Fällen krachte es, weil Radfahrer eine rote Ampel überfuhren.

Im vergangenen Jahr kamen auf Münchens Straßen bei Radl-Unfällen fünf Menschen ums Leben.

Immer mehr Handy-Radler 

Die Polizei stellt fest: Immer mehr Fahrradfahrer strampeln mit Handy am Ohr oder in der Hand! Dass dieser Trend lebensgefährlich ist, zeigt ein Unfall, der sich am Mittwoch in Neuried ereignet hat. Ein 14-Jähriger fuhr laut späterer Zeugenaussagen mit dem Handy in der Hand auf der Münchner Straße. Dabei übersah der Schüler offenbar einen vor ihm bremsenden VW-Bus. Der Bub krachte mit dem Kopf gegen die Heckscheibe, kam glücklicherweise mit Schnittverletzungen davon.

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