Koch vor dem Aus

Alfons Schuhbeck: Nach Insolvenz droht das nächste Fiasko - Justizamt leitet neues Verfahren ein

Starkoch Alfons Schuhbeck aus München.
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Neue Vorwürfe gegen Alfons Schuhbeck: Unmittelbar nach seiner Insolvenz wartet schon das nächste Verfahren auf den Sternekoch aus München. (Archivbild)

Der beliebte Sternekoch aus München hatte wichtige Zahlen nicht offengelegt. Nun drohen dem ohnehin insolventen Schuhbeck hohe Ordnungsgelder. Das BFJ ermittelt.

München/Bonn - Schon wieder schlechte Nachrichten vom beliebten Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck: Nach der Staatsanwaltschaft München geht nun auch das Bundesamt für Justiz (BFJ) in Bonn gegen den 72-Jährigen vor. Der Vorwurf: Er habe seit 2017 keine Geschäftsberichte veröffentlicht. Somit drohe ihm ein hohes Ordnungsgeld!

Im Paragraf 325 des Handelsgesetzbuches (HGB) ist für bestimmte Unternehmen (vor allem Kapitalgesellschaften wie GmbH) die Pflicht zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen festgelegt, erläutert Erkan Elden, Anwalt für Steuerrecht aus München*, der tz. Dieser Pflicht ist Schuhbeck in mehreren seiner Firmen nicht nachgekommen, wie das BFJ der dpa mitteilte. So fehlten im Bundesanzeiger u.a. die Bilanzen der Schuhbeck’s Holding GmbH & Co. KG und Schuhbeck’s Partyservice GmbH und Co. KG für die Jahre 2017, 2018 und 2019.

Nach Insolvenz: Prozess gegen Starkoch Alfons Schuhbeck - Es drohen hohe Ordnungsgelder

Die Konsequenz: Gegen die Unternehmen wurden Ordnungsgeldverfahren eingeleitet. Im Regelfall liegt dafür das Ordnungsgeld zwischen 2500 und 25 000 Euro.

Bei Schuhbecks Firmen könnte mittlerweile eine hohe Summe zusammengekommen sein. Denn bei „fortgesetzter Weigerung“ werde laut BFJ das Ordnungsgeld immer weiter erhöht.

Nach Insolvenz: Prozess gegen Alfons Schuhbeck - Münchner Koch hatte Zahlen nicht offengelegt

Am vergangenen Wochenende hatte Schuhbeck, wie berichtet, Insolvenz angemeldet. Restaurantbesucher standen plötzlich vor geschlossenen Türen. Zudem laufen gegen ihn seit längerem Steuerermittlungen, wie er selbst einräumte.

Warum kam er nun auch der Offenlegungspflicht der Geschäftszahlen nicht nach? Wie kann es passieren, dass eine Firma das versäumt? „Die Gründe können unterschiedlich sein“, sagt Jurist Erkan Elden. „Von ,nicht bedacht‘ bis bewusst zurückgehalten, um eventuell schlechte Zahlen nicht öffentlich machen zu müssen.“ Aber eine Mutmaßung verbiete sich, „da jeder Einzelfall separat zu betrachten ist“. Schuhbeck selbst wollte am Freitag den neuesten juristischen Ärger laut seinem Anwalt auf tz-Nachfrage nicht kommentieren. (ast) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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