An der Corneliusbrücke

Wer hat den „Kini“ versenkt? Denkmaldiebe treiben in München ihr Unwesen - das LKA ermittelt

Krimi um den Kini: Die Büste im Hof des LKA.
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Krimi um den Kini: Die Büste im Hof des LKA.

Eine Kupferbüste von König Ludwig II. muss aus der Isar „gerettet“ werden. Jetzt ermittelt das LKA München. Sie haben Denkmaldiebe im Verdacht.

Update vom 14. April: Da liegt er, der Kini-Kopf: Im Hof des Bayerischen Landeskriminalamts an der Mailingerstraße. Nach seinem spektakulären Ausflug in die Isar am Wochenende (siehe Erstmeldung), wird er in der Kriminaltechnik auf Spuren untersucht. Da ist er grad in bester Gesellschaft: Auch die historischen Grabmal-Büsten von Josef Flüggen (Maler), Martinus Schleich (Schriftsteller) und Franz Werner (königlich-bayerischer Hoffotograf) untersucht das Kriminalamt derzeit auf Spuren.

Eigentlich gehören diese drei an ihre Grabstätten auf dem Alten Südlichen Friedhof (Thalkirchner Straße). Doch die Herren wurden Opfer skrupelloser Diebe, Kunstfahnder haben jetzt drei Tatverdächtige festgenommen. Einer der Täter hat bereits ein Geständnis abgelegt. Die zwei Männer (20 und 25) und eine Frau (26) sind schuld am abenteuerlichen Weg der Büsten ins Landeskriminalamt: Ende März haben sie die drei Grabmäler beschädigt und die Büsten entwendet.

Denkmaldiebe machen München unsicher

Doch damit nicht genug, auch das Kreuz eines Weihwasserbeckens und ein Grabkreuz ließen sie mitgehen. Dann wollten die Täter einen Teil ihrer Ware bei einem Münchner Schrotthändler verkaufen – und flogen dabei auf. Als der Schrotthändler merkte, mit was er es zu tun hatte, informierte er sofort die Polizei. „Für solche Hinweise sind wir natürlich immer dankbar, Vorfälle wie diesen gibt es immer wieder“, meint Roland Mayer (31) vom Bayerischen Landeskriminalamt.

Haben die drei auch etwas mit der Büste von König Ludwig II. in der Isar am Wochenende zu tun? Mayer: „Aktuell können wir das weder bestätigen noch ausschließen.“ Es bestehe aber der Verdacht auf einen Zusammenhang: Zeitlich liegen die Vorfälle nicht weit auseinander. Übrigens: Der Verein König-Ludwig-II.-Denkmal hat eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Klärung des Kini-Falles führen.

Erstmeldung vom 11. April 2021

München - Aufmerksame Sonnenanbeter haben am Samstag, 10. April, nahe der Corneliusbrücke eine erschreckende Entdeckung gemacht: Etwa zehn Meter vom Ufer entfernt lag der Kopf des bayerischen König Ludwig II. in der Isar. Natürlich nicht der echt Kopf, sondern eine Büste des „Kinis“, der aufgrund seiner opulenten Bauten wie der Schlösser Neuschwanstein und Herrenchiemsee auch als Märchenkönig bekannt ist.

Mit vereinten Kräften hat die Feuerwehr München den „Kini“ aus der Isar gerettet.

München: König Ludwig II. geht in Isar baden - Passanten rufen die Feuerwehr

Die Passanten riefen die Feuerwehr München zur Hilfe, die natürlich umgehend anrückte, um die Kini-Büste zu „retten“. Aufgrund der starken Strömung und der Tiefe der Isar an dieser Stelle, musste ein Taucher in den Fluss steigen. Nur mit großer Mühe gelang es dem Feuerwehrbeamten eine Schlinge um die etwa 40 Kilogramm schwere Büste zu legen. Mit vereinter Muskelkraft konnte das Bildnis Ludwig II. aus dem eher nicht standesgemäßen Gewässer wieder zurück auf die Corneliusbrücke - genauer gesagt auf den Isarbalkon unterhalb der Brücke - gebracht werden.

Im Anschluss übernahmen die Wachtmeister der Münchner Gendarmerie das Haupt des bayerischen Märchenkönigs. Wieso der „Kini“ in diesem Fall baden ging, kann von Seiten der Feuerwehr nicht beantwortet werden. Die Münchner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. kah/leo

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