Nachvollziehbar, dass der Frust wächst

Kommentar zum Lockdown-Hin-und-Her in München: Für vier, sechs, acht Wochen konsequent dichtmachen!

Lokal-Redakteur Sascha Karowski schaut in die Kamera
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Lokal-Redakteur Sascha Karowski kommentiert den politischen Schlingerkurs in der Corona-Krise.

Nach einem Mini-Lockdown soll jetzt in München vieles wieder öffnen dürfen, nachdem der Inzidenzwert für ein paar Tage gesunken ist. Redakteur Sascha Karowski kommentiert den politischen Schlingerkurs in der Corona-Krise.

Schauen wir nach Portugal (10,28 Millionen Einwohner): Dort gab es Mitte Januar eine Inzidenz von fast 900. Es folgte ein echter Lockdown. Das Verlassen der Wohnung ist weitgehend untersagt, das Verlassen des Heimatlandkreises gänzlich. Homeoffice ist Pflicht. Gestern lag die Inzidenz bei 30, und jetzt erst öffnen die ersten Geschäfte und kleinere Cafés wieder – mit entsprechenden Hygienekonzepten.

Und wir? Sperren zu, sperren auf – und am Samstag wohl schon wieder zu. Wer soll das noch verstehen? Dass der Frust wächst, ist nachvollziehbar – nicht nur wegen des Schlingerkurses. Nein, es fehlt auch eine echte Perspektive.

Daher: Sperren wir doch endlich zu. Für vier, sechs, acht Wochen konsequent dichtmachen. Kein banger Blick mehr auf Inzidenzwerte, um irgendwelche Öffnungen oder Schließungen abzuleiten. Keine Lockerungen, keine Demos ohne Abstand mehr. Restriktive Kontrollen und drastische Geldstrafen bei Verstößen. Ein richtiger Lockdown in Verbindung mit mehr Impfungen täglich. Und dann sperren wir auf – Schritt für Schritt, aber dauerhaft. Das wäre eine Perspektive.

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