Zuerst gelber Aufkleber - dann wird es teuer

Ab sofort Kontrollen bei Biotonnen: Wer falsch trennt, muss zahlen

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Zu viel Plastik: Dieser Tonne wird der Qualitätskontrolleur des AWM die Rote Karte zeigen. Foto: Astrid Schmidhuber

Wer einen Müllmann seine Biotonne durchforsten sieht, muss sich keine Sorgen machen – wenn er richtig trennt. Denn bei zu viel Plastik darin muss man ab sofort zahlen.

München - Rund 44 000 Tonnen Bioabfälle sammelt der AWM jedes Jahr ein. Wertstoffe, aus denen Ökostrom, Kompost und Blumenerde gewonnen werden. Doch die Qualität der Produkte ist in Gefahr: Viele Münchner werfen „Störstoffe“ in die Biotonnen, klagt Michaela Jüngling, stellvertretende Zweite Werkleiterin des AWM. „Keiner will Plastikteilchen in der Blumenerde.“ Die Erde ist bei den Münchnern beliebt: Rund 21.000 Säcke á 45 Liter wurden 2017 an Gartler verkauft.

Kontrollen beginnen in Laim

Um die Qualität halten zu können, gibt es ab sofort stichprobenartige und unangekündigte Kontrollen der Biotonnen. „Wir beginnen mit vier Qualitätskontrolleuren in Laim und weiten das Projekt auf die ganze Stadt aus“, sagt Silke Pesik, Marketingbeauftragte beim AWM.

Und so wird geprüft: Bei einer „leichten Fehlbefüllung“ – drei bis vier Plastiksackerl oder Bio-Müllbeutel – wird ein gelber Aufkleber an der Tonne angebracht und vermerkt, welcher Fremdstoff vorgefunden wurde. Dazu zählen im Übrigen auch kompostierbare Biomüllbeutel. Denn diese Kunststoffe sind zwar aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie zersetzen sich aber viel zu langsam, sodass sich nach der Verrottung im Kompost noch Kunststoffreste befinden. Wer sich unsicher ist, kann sich auch direkt an den AWM wenden – die Info-Nummer ist auf den Aufklebern angegeben. „Wenn sich Hausverwaltungen melden, beraten wir sie gern“, so Pesik.

Ab dieser Menge von Plastik muss man zahlen

Während die gelbe Karte eine Warnung ist, müssen Müllsünder bei Rot zahlen. „Eine rote Karte wird auf einer Tonne bei starker Verschmutzung angebracht, wenn mehr als vier grobe Verunreinigungen vorgefunden werden“, so Pesik. Die Abfallgebühr werde nach dem Volumen der Restmülltonne berechnet. In der Gebühr inbegriffen ist die Leerung der Biotonne und der Papiertonne. „Wenn die Biotonne aber stark verunreinigt ist, dann muss man sie als Restmüll werten.“ Und das kostet – pro Leerung werden 5,73 Euro (120-Liter-Tonne) oder 9,66 Euro (240-Liter-Tonne) vom AWM in Rechnung gestellt. „Aber das ist nicht unser Ziel“, so Jüngling. „Organische Abfälle sind ein Schatz, den wir heben wollen, um ihn in der Vergärungsanlage und als Kompost noch viel besser zu verwerten.“

Das AWM-Bioabfallmobil gastiert am 24. September (10 und 15 Uhr) an der Laimer S-Bahn. Dort werden auch kostenlose Bio-Eimer (pro Haushalt einer) verteilt. Infos: www.awm-muenchen.de.

Oft mutiert die Mülltonne im Sommer zur Brutstätte von Maden – aber es muss nicht so weit kommen. Mit diesen Hausmitteln beugen Sie vor und bekämpfen die Plagegeister.

Daniela Schmitt

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