„Das wird oft vergessen“

München setzt Weltstar ein höchst ungewöhnliches Denkmal - Er wohnte jahrelang in der Stadt

Der Leadsänger der britischen Rockgruppe „Queen“, Freddie Mercury, bei einem Auftritt im September 1984.
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Freddie Mercury hat jetzt eine nach ihm benannte Straße mitten in München.

Eine weltweit bekannte Musik-Ikone, die lange Zeit in München lebte und das hiesige Nachtleben prägte, wird mit einer Geste gewürdigt - und zwei weitere Top-Künstler auch.

  • Im Münchner Kreativquartier entstehen neue Straßen - bei der Namensgebung fiel die Wahl auf hochkarätige Künstler.
  • Die ehemalige Münchner Wohnung von einem von ihnen soll kürzlich für zwei Millionen Euro verkauft worden sein.
  • Lokalpolitiker sind fraktionsübergreifend von dem Plan begeistert:

München - Er liebte München*, hatte hier in den 80er-Jahren jahrelang eine Wohnung am Sebastiansplatz – und zog nachts liebend gern im Glockenbachviertel um die Häuser: Weltstar Freddie Mercury (†45). Jetzt, genau 29 Jahre nach dem Tod des Queensängers, hat die Stadt eine Entscheidung getroffen, die Freddie sicher gefreut hätte: Im Kreativquartier wird eine Straße nach ihm benannt. Das schlägt die Verwaltung vor, der Stadtrat wird nächste Woche zustimmen. Neben der neuen Freddie-Mercury-Straße wird es im Kreativquartier nordwestlich der Lothstraße, zwischen Dachauer Straße und Heßstraße, künftig auch einen Romy-Schneider-Platz und eine Ruth-Leuwerik-Straße geben.

München: Straße im Kreativquartier wird nach Pop-Legende benannt - „Sissi“-Darstellerin wird ebenfalls geehrt

Schauspielerin Romy Schneider, die 1982 verstarb, ist unter anderem durch ihre Darstellung der Kaiserin Elisabeth bekannt. Mit der Sissi-Trilogie gelang ihr der Durchbruch. Leuwerik war einer der großen deutschen Kinostars der 1950er-Jahre und bildete mit Dieter Borsche ein populäres Leinwandpaar.

Auf dem Areal des Kreativquartiers werden Wohnungen, eine Kindertagesstätte und Gebäude errichtet, die der Unterbringung von Einrichtungen aus den Bereichen Kultur- und Kreativwirtschaft dienen. Durch die Nachverdichtung müssen die neuen Straßen geschaffen werden. Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl ist hocherfreut: „Es war ja unser Wunsch, dass Freddie Mercury in München mehr gewürdigt wird.“ Der Queen-Frontmann hat in den 80er-Jahren viel Zeit in München verbracht. Seine ehemalige Wohnung in der Altstadt ist erst unlängst verkauft worden, angeblich für zwei Millionen Euro.

Künstler mit Straßennamen in München geehrt: „Wir erinnern uns doch alle an...“

Niederbühl betont, dass Mercury auch sehr in der Schwulenszene präsent war. Dass er an Aids gestorben sei, habe sehr dazu beigetragen, dass diese Krankheit ernst genommen wird. „Das wird oft vergessen.“ Der Rosa-Liste-Stadtrat ist aber auch begeistert über den Romy-Schneider-Platz. „Wir erinnern uns doch alle an die Sissi-Filme, die wir Weihnachten geschaut haben. Und wir als Rosa Liste hatten uns ja vor Jahren dafür eingesetzt, dass eine Gedenktafel an der Leopoldstraße angebracht wird, wo die Kaiserin ja geboren wurde.“

SPD und CSU werden die neuen Straßennamen ebenfalls befürworten. SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl sagte: „Wir setzen uns schon immer dafür ein, dass Straßen nach Protagonisten benannt werden.“ CSU-Chef Manuel Pretzl sieht die Benennung im Geiste einer liberalen Großstadt. Mercury und Schneider seien Weltstars. „Und Ruth Leuwerik lebte nach ihrer großen Kino-Karriere jahrzehntelang in München und war mit ihren starken Frauenrollen ein Vorbild für eine ganze Generation. Ich finde es gut, dass diese drei Persönlichkeiten jetzt auch im Stadtbild sichtbar werden. Ein Kreativquartier hätte ihnen sicher gefallen.“ *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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