Hoffnung auch für Kinder

Münchner Firma entwickelt neue Waffe gegen Krebs - Welche Patienten profitieren werden

Workshop vor Weltkrebstag
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Ein Patient wird in einer CT-Röhre untersucht..

Im Kampf gegen den Krebs ist es lebenswichtig, Tochtergeschwülste - sogenannte Metastasen - so früh wie möglich zu erkennen. Dazu erproben Spitzenforscher gerade eine neue Technik. Die ersten Zwischenergebnisse der Studie liegen vor.

  • Eine neue Technik macht Krebspatienten Mut.
  • Spitzenforscher erproben ein spezielles Hightech-Gerät, das vor allem Metastasen frühzeitiger enttarnen kann.
  • Die Zwischenergebnisse einer aktuellen Studie sind laut Wissenschaftlern ermutigend.
  • Der spezielle Computertomograph stammt aus den Entwicklungslaboren des Münchner Siemens-Konzerns.

1300 Wissenschaftler arbeiten in Herzkammer der Krebsforschung

Es gilt als eine Art Herzkammer der Krebsforschung: Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit Sitz in Heidelberg ist mit mehr als 3000 Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung zwischen Garmisch und Flensburg. Hier arbeiten mehr als 1300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, dass Krebsmediziner vor Ort Tumorerkrankungen besser erkennen und noch effektiver behandeln können.

Bessere Chancen für Krebspatienten

Ein aktuelles Projekt der Forscher in Kooperation mit dem Münchner* Siemens-Konzern wird die Therapiechancen vieler Patienten aller Voraussicht nach enorm verbessern - auch bei Kindern. Zu diesem Schluss kommen die DKFZ-Forscher nach einer Auswertung der ersten Zwischenergebnisse einer aktuellen Studie.

Forschungen zum Thema Brustkrebs

Es geht um ein neuartiges Verfahren der Computertomographie (CT): Für die Darstellung von Knochenmetastasen bei fortgeschrittenen Brustkrebs-Erkrankungen verglichen DKFZ-Radiologen nun das neue „photonenzählende“ CT von Siemens - kurz PT-CT genannt - mit der konventionellen CT-Bildgebung. Ihr Ergebnis: Mit der neuen Technik lassen sich deutlich feinere Strukturen darstellen, als es bisher möglich war. Das Hightech-CT steht derzeit neben dem DKFZ nur zwei weiteren Einrichtungen weltweit zur Verfügung.

Brustkrebs verursacht häufig Knochenmetastasen

Der Hintergrund: Brustkrebs bildet besonders häufig Absiedlungen in den Knochen, die gefürchteten Knochen- oder auch Skelettmetastasen. Werden sie bei einer Patientin entdeckt, so ist es in der Regel notwendig, sofort Therapien einzuleiten: Die Metastasen können starke Schmerzen verursachen, Brüche begünstigen, Wirbel können kollabieren und dadurch das Rückenmark schädigen.

Auch kleinste Veränderungen frühzeitig sichtbar

Bei der Krebstherapie überprüfen die Ärzte regelmäßig, ob die gewählte Therapie Wirkung zeigt. Dazu verfolgen Ärzte mit bildgebenden Verfahren, üblicherweise mit der CT, regelmäßig, ob die Behandlung anschlägt. „Dabei ist es wichtig, auch kleinste Veränderungen zu erkennen, damit wir frühzeitig zu einer Änderung der Therapie raten können“, sagt Eckhard Wehrse, Arzt im Deutschen Krebsforschungszentrum. 

Wissenschaftler: Scharfe Bilder bei nierdrigerer Strahlendosis

„Durch sein neuartiges Detektorsystem hat das PT-CT deutlich schärfere Augen als die herkömmlichen Geräte. Daher können wir damit Bilder in höherer räumlicher Auflösung erzeugen, als es bisher möglich ist“, erläutert Heinz-Peter Schlemmer, Leiter der Radiologie im DKFZ, und ergänzt: „Oder wir können Bilder mit der gleichen Qualität generieren wie mit dem konventionellen CT - bei deutlich niedrigerer Strahlendosis.“

Hoffnung auf rasche Zulassung

Nun hoffen Experten darauf, dass die neue Technik schon bald in der Praxis eingesetzt werden kann. Noch ist sie nicht für die klinische Diagnose von Krebserkrankungen zugelassen. Die aktuellen Studien finden als sogenannte experimentelle Untersuchungen statt, die streng kontrolliert werden.

Einsatzmöglichkeiten auch bei Herz- und Lungenleiden

Künftig, so die DKFZ-Forscher, könnte das Verfahren nicht nur bei der Diagnose von Krebs bzw. von Metastasen helfen, sondern auch im Kampf gegen Herz- Gefäß- und Lungenerkrankungen. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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