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„Ein Witz! Ich trinke nicht mal Alkohol“: Bekannter Münchner Künstler in Koks-Skandal verwickelt

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Von: Andreas Thieme

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Wegen Kokainerwerbs verurteilt: Nicolai Tregor (76)
Wegen Kokainerwerbs verurteilt: Nicolai Tregor (76) © SIGI JANTZ

Nicolai Tregor schuf die Büsten von Franz Josef Strauß, Rolf Bossi, August Everding, Sir Georg Solti und Sophie Scholl. Als Münchner Bildhauer ist er berühmt. Doch jetzt ist Tregor in einen Koks-Skandal verwickelt: Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

München - „Er ist der letzte Schwabinger und ein echter Künstler“, sagt Anwalt Walter Kalthoff über Nicolai Tregor - der Bildhauer schuf die Büsten von Sophie Scholl und Franz Josef Strauß. Als solcher wird Tregor immer ein Stück München bleiben, jetzt aber mit einem Makel: Das Amtsgericht verurteilte ihn gestern wegen Drogenerwerbs.

Der Staatsanwaltschaft zufolge war Tregor im Oktober 2020 in ein Kokain-Geschäft verwickelt und kaufte zwei Gramm bei einem Dealer. Wild gestikulierend stritt Tregor den Koks-Kauf ab und sagte: „Ein Witz! Ich trinke nicht mal Alkohol.“ Mit Hristo K. (Name geändert), seinem Dealer, sei er privat befreundet gewesen - und habe gar nichts von dessen Drogengeschäften gewusst.

München: Künstler Nicolai Tregor kaufte Kokain - Amtsgericht verurteilt ihn zu 3200 Euro Geldstrafe

Im Gegenteil: „Er hat sogar für mich gearbeitet, als ich ein Video für die TV-Show ‚Das Supertalent‘ gedreht habe. Die Zeit war toll, er war so geduldig.“ Doch später nahm die Polizei Hristo P. fest - er wurde zu mehr als zwei Jahren Knast verurteilt. Gestern sagte er als Zeuge aus - und verriet Tregor. „Ja, er hat von mir gekauft. Unser Codewort für das Koks war ‚Bier‘, das bestellte er per WhatsApp bei mir.“

Dumm nur: Die Justiz überwachte das Handy des Dealers - und kam so erst auf den Künstler, der auch Koks-Kunde war. 3200 Euro Geldstrafe muss Tregor jetzt zahlen - weitere Fälle konnten ihm nicht nachgewiesen werden. Sein Anwalt kündigte an: „Wir gehen in Berufung.“

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