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Münchner Promis zeigen ihre geheimen Schätze

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Von: Nina Bautz

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Alt-Oberbürgermeister Christian Ude zeigt seine Antiquitäten
Alt-Oberbürgermeister Christian Ude zeigt seine Antiquitäten © Jens Hartmann fuer tz

Die Corona-Pandemie ließ die Messe Kunst & Antiquitäten 2020 ausfallen. Am Samstag (16. Oktober) startet sie wieder – und das mit der 100. Jubiläumsausgabe.

München – An den Wänden, in den Regalen, auf den Tischen: Christian Udes Schwabinger* Wohnung ist voller unzähliger Antiquitäten. Der Alt-Oberbürgermeister lebt in einem kleinen Museum, da fällt es schwer, ein Lieblingsstück auszumachen. Zwei Schätze haben es ihm aber besonders angetan: zum einen der Abguss des kleinen Fingers der Bavaria auf der Theresienwiese und zum anderen eine Original-Rosette vom Siegestor.

Die Geschichte zum Finger: Den ersten Abguss der Müllerschen Gießerei habe einst der Prinzregent besessen, der diesen Finger als Drei-Liter-Krug für seine Wachmannschaft nutzte, so Ude. „Da man ihn wegen der Rundung aber nicht abstellen konnte, mussten die immer alles auf ex austrinken.“ In Udes Amtszeit hat die Stadt dann zehn neue Repliken anfertigen lassen, als Geschenk für besondere Anlässe. „Die erste hat Edmund Stoiber bekommen – und ich später eine zum 65. Geburtstag.“ Getrunken hat Ude bislang aber nicht daraus.

Auch die zweite Antiquität hat der Alt-OB von der Stadt zum Geburtstag bekommen: zum 60. vom Baureferat. „Der König hat das Siegestor damals der Stadt vermacht. Bei der großen Sanierung in den Neunzigerjahren dann wurden beschädigte Teile durch Repliken ersetzt.“ Unter anderem eben auch die schwere Rose, bei der ein Drittel fehlt, und die jetzt Udes Esszimmer ziert. Denn dieses Zimmer dient im Hause Ude als München*-Museum. Das Wohnzimmer als Afrika- und Asien-Ausstellung.

Erbstück: Ilse Neubauers wunderschöner Alabaster-Vogel

Kult-Schauspielerin Ilse Neubauer und ihr wertvoller Vogel
Kult-Schauspielerin Ilse Neubauer und ihr wertvoller Vogel © Andreas Neubauer

Antiquitäten-Sendungen im Fernsehen sieht Ilse Neubauer immer wieder gerne an. „Danach überprüfe ich dann immer meine Vasen oder Ähnliches, ob ich nicht doch etwas Wertvolles besitze – aber das ist leider nicht der Fall“, erzählt die Münchner Kult-Schauspielerin (79) lachend.

Ihre liebste Antiquität zu Hause in der Ludwigsvorstadt* ist gleichzeitig eines der wenigen Erbstücke von ihrem Vater: eine Vogelskulptur aus Alabaster vom bekannten Bildhauer Fritz Kochendörfer, die heute bei Ilse-Hasi im Wohnzimmer steht. „Meine Schwester und ich haben den als Kind einmal mit Wasserfarben bemalt und den Schnabel mit einer Nagelfeile bearbeitet – da gab’s Ärger.“

Das alte Rezeptbuch von Spitzen-Koch Andreas Geitl

Spitzenkoch Andreas Geitl zeigt die „Süddeutsche Küche“
Spitzenkoch Andreas Geitl zeigt die „Süddeutsche Küche“ © Marcus Schlaf

Vergilbte Seiten, viele Flecken: Wenn Spitzen-Koch Andreas Geitl das alte Kochbuch mit dem Titel „Süddeutsche Küche“ durchblättert, sieht er, dass es oft verwendet wurde. Es stammt von 1873 und liegt seit Jahren im Büro des Oberhachingers.

„Darin werden Gerichte wie Hirnsuppe beschrieben – die heute keiner mehr isst. Aber ich habe große Hochachtung vor den Kochkünsten der alten Zeit. Die haben schon viel gewusst und gekonnt – obwohl sie noch nicht die technischen Hilfsmittel hatten wie wir heute.“ Der verstorbene Wiesn-Wirt Richard Süßmeier hat Geitl das Buch geschenkt. In dessen Wirtshaus in Wörnbrunn arbeitete Geitl 15 Jahre lang. „Ich habe ihn sehr geachtet.“

Vom Onkel geerbt: Birgit Netzle liebt ihre antike Truhe

Die ehemalige Wirtin des Asamschlössl liebt ihre antike Truhe
Die ehemalige Wirtin des Asam-Schlössls liebt ihre antike Truhe © privat

Immer wenn sich Birgit Netzle (67), die ehemalige Wirtin des Asam-Schlössls, im Flur aufs Bankerl setzt, um die Schuhe auszuziehen, denkt sie an ihren geliebten Onkel Peter Fischer zurück. „Er war Wirt in der Emmeramsmühle und für mich auch beruflich ein Vorbild.“ Von ihm hat sie das Möbelstück, das ursprünglich etwas ganz anderes war: eine Kriegskasse aus dem Dreißigjährigen Krieg (um 1530). „Da haben die kriegsführenden Herrscher das Soldgeld für ihre Soldaten aufbewahrt.“

Das Geld war gut behütet – wie ein unglaublich verzahntes Schlosssystem noch immer zeigt. Die schwere Antiquität sei um die 5000 Euro wert. „Aber ich würde lieber am Hungertuch nagen, als sie zu verkaufen.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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