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Dauerbrenner Lärmschutz: Ärger um Bahnlärm auf Innenstadtstrecken

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Von: Bettina Ulrichs

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Die Braunauer Eisenbahnbrücke sorgt für Lärmbeschwerden im Dreimühlenviertel.
Die Braunauer Eisenbahnbrücke sorgt für Lärmbeschwerden im Dreimühlenviertel. © Marcus Schlaf

Der Bahnlärm von der Braunauer Eisenbahnbrücke sorgt im Dreimühlenviertel immer wieder für Lärmbeschwerden. Nun ist die Münchner Stadtverwaltung gefragt.

München - Bahnlärm von der eisernen, alten Braunauer Eisenbahnbrücke und entlang der Trasse im Dreimühlenviertel und am ehemaligen Viehhof ist bei den Anwohnern ein Dauerbrenner. Nun gab es wieder Bürgerbeschwerden wegen des Bahnverkehrs. Obwohl vor Jahren bereits Lärmschutzfenster von der Bahn angeboten wurden, neue Güterzüge leisere EU-normierte Bremsen haben und auch die Schienen auf der Braunauer Eisenbahnbrücke lautmindernd verlegt wurden, fordert der zuständige Bezirksausschuss (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt nun die Stadtverwaltung einstimmig auf, Fragen zum Bahnverkehr im Viertel zu beantworten.

Unter anderem wollen die Lokalpolitiker wissen, wie sich der Bahnverkehr hier in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat und wie es im selben Zeitraum mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit der Züge auf der Strecke aussieht. Zudem soll die Stadt München erklären, was sie zur Behebung der Probleme vorschlägt.

Bahnlärm im Dreimühlenviertel: „Beschwerden begleiten Gremium seit mehr als einem Jahrzehnt“

Die grüne Mehrheit im BA geht gegen die Stimmen der SPD aber noch weiter und will noch mehr über den Bahnverkehr und Lärmschutz wissen. Hintergrund sind die geplanten Neubauten mit etwa 600 Wohneinheiten am ehemaligen Viehhof mit einer Grünfläche nahe der Gleise, der anstehende Um- und Neubau des Bahnhofs Poccistraße zum Regionalbahnhof Süd und das zu erwartende, immer höhere Bahnverkehrsaufkommen.

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„Der Bahnlärm und die Beschwerden darüber begleiten unser Gremium seit mehr als einem Jahrzehnt“, erklärte Arne Brach (Grüne). „Bei Bürgerbeschwerden dazu, wie sie aktuell vorliegen, müssen wir aktiv werden, auch wenn alle Themen mit der Bahn immer sehr langwierig sind“, ergänzte BA-Chef Benoît Blaser (Grüne).

Man gehe davon aus, dass sich rechtliche Grundlagen zur Bewertung des Bahnlärms in den vergangenen 20 Jahren möglicherweise geändert haben. Gleiches gelte für Technik, Auslastung und Maßnahmen zur Lärmeindämmung. Seit vielen Jahren sei die Antwort der Stadt „Nichtzuständigkeit“, genau wie die Antwort der Deutschen Bahn. Dass beim Thema Lärmschutz das Dreimühlenviertel ein rechtsfreier Raum sei, sei nicht akzeptabel.

München: Lärmbeschwerden im Dreimühlenviertel - Bezirksausschuss sucht vergleichbare Fälle

Das Gremium, das permanent mit den Beschwerden konfrontiert wird, erwartet eine eindeutige Antwort auf seine Fragen. Zum Streckenabschnitt zwischen Braunauer Eisenbahnbrücke und dem Großmarktgelände wollen sie zudem von Stadt oder Bahn wissen, welche konkreten Maßnahmen zur Lärmdämmung in den vergangenen 20 Jahren ergriffen wurden, welche Dezibelhöhe überhaupt zulässig sei und ob es Lärmpegelmessungen gegeben habe. Darüber hinaus wollen die BA-Politiker wissen, ob es vergleichbare Fälle in Deutschland gebe, in denen Anwohner oder Kommunen gegen Bahnlärm geklagt haben.

Die Zunahme des Bahnverkehrs begrüßt der BA grundsätzlich im Sinne des Klimaschutzes. Dabei müssten aber gesundheitliche Risiken durch Lärm nicht nur seitens der Deutschen Bahn, sondern auch seitens der Landeshauptstadt verringert werden. (Bettina Ulrichs)

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