Auch seine Nachbarn trifft es

Schaufenster verunstaltet: Friseur nach „Ekel-Serie“ vor seiner Ladentür entsetzt

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Schmierereien in Laim: Friseur Salwan Dawood ist erschrocken.

Im Münchner Westen wurden die Scheiben verschiedener Läden verunstaltet, Anwohner bekamen es mit der Angst zu tun.

  • In Laim werden Schaufenster mit rechtsradikalen Motiven beschmiert.
  • Manche Ausländer wurden durch die Taten in Angst und Schrecken versetzt.
  • Nun hat die Polizei den 74-jährigen, vermeintlichen Missetäter gefasst.

München - Salwan Dawood (42) ist schockiert. Mit so viel Feindseligkeit hätte der gebürtige Iraker nicht gerechnet, als er 2014 seinen Friseurladen an der Zschokkestraße (Laim) eröffnete. Am Wochenende hat ein Mann mit roter Farbe Hakenkreuze an die Schaufensterscheibe des Geschäfts sowie an die Nachbarläden, einen Lotto- und einen Trödelladen, gesprüht. Zudem hat der Täter die Türschlösser der Geschäfte mit Uhu verklebt.

„Ich musste ein neues Schloss für 185 Euro kaufen, das zahlt die Versicherung nicht“, schimpft Dawood. Besorgt sei er nicht, aber „die Frauen haben Angst.“ Damit meint er seine Ehefrau, die ebenfalls im Friseursalon arbeitet, sowie seine Kundinnen. „Das schädigt mein Geschäft“, beklagt er.

München: Friseur berichtet von ekelhafter „Serie“ vor seiner Ladentür

Die Hakenkreuze hat ein Hausmeisterservice mittlerweile von den Schaufenstern entfernt. Und auch einen Tatverdächtigen haben die Beamten dank Videoaufnahmen geschnappt. Dabei handelt es sich um einen 74-jährigen Münchner, der bereits wegen kleinerer Delikte polizeilich bekannt ist. Die Ermittlungen dauern an.

„In den Nachbarläden arbeiten auch Ausländer. Beim Lottogeschäft wollte der Mann mal etwas klauen“, erzählt Dawood. Der 74-Jährige sei kurz vor Weihnachten in seinen Friseurladen gekommen, habe ruppig einen Haarschnitt verlangt. Weil kein Termin frei war, schickte Dawood ihn weg: „Ich denke, er ist geistig verwirrt.“ 

Ausländerfeindlichkeit hat Dawood aber schon öfter erlebt: „Irgendwer lässt seinen Hund zum Beispiel immer extra vor unserer Tür sein Geschäft verrichten.“ 

Ein Hakenkreuz und das Wort „Volksverräter“ wurden unterdessen auf die Fensterfront eines Münchner CSU-Büros geschmiert. Weil das nicht die erste Drohung darstellt, gehen die Politiker in die Offensive. In den USA sorgte ein Gruppenfoto mit angehenden Gefängniswärtern kürzlich für Bestürzung. Der Grund: Alle Abgebildeten zeigen den Hitlergruß.

In München kam es am Sonntagabend (9. Februar) zu einem Großeinsatz der Polizei. Auf einem Bolzplatz waren zwanzig Personen aneinander geraten. Dabei wurde ein Münchner schwer verletzt.

Innerhalb von zwei Tagen ereigneten sich in München zwei widerliche Taten. Dabei gingen ein Reichsbürger und ein Bomberjacken-Mann wildfremde Personen auf das Übelste an und beleidigten sie wegen ihrer Herkunft.

laf

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