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Journalist landet in München: Nach U-Bahn-Fahrt rätselt er über Corona-Regeln

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Von: Christian Einfeldt

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Auf Twitter befeuert Journalist Mattheis die Debatte um die Maskenpflicht. Er will einen Widerspruch entdeckt haben – Unterstützung gibt es von seiner Community.

München – Die aktuelle bayerische Corona-Politik wird wie so oft groß diskutiert. Auch in der Politik wird über das richtige Maß an Regeln gestritten. Äußerungen dieser Art tätigte zuletzt etwa CSU-Politiker Klaus Holetschek. Die Maskenpflicht, eine Maßnahme, die weiterhin bundesweit Bestand hat, gilt längst nicht mehr als unumstritten. An deutschen Flughäfen etwa gilt sie seit Oktober nicht mehr – anders hingegen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Münchens. Für Journalist Philipp Mattheis ein nicht nachzuvollziehender Widerspruch.

„Entbehrt jeglicher Grundlage“: Corona-Maskenpflicht im Münchner ÖPNV sorgt für Unverständnis

Der Journalist berichtete jetzt via Twitter von einem persönlichen Erlebnis, das ihn etwas irritierte. Im Diskurs um die aktuell geltenden Corona-Regeln sind es vor allem die gegensätzlichen Bestimmungen, die Mattheis an der Politik zweifeln lässt. „Nichts Neues, aber immer noch irre“, schreibt der Journalist: „Drei Stunden im Flugzeug ohne Maske, dann kontrolliert die U-Bahnwache mit Lust in München die Fahrgäste, ob die Masken richtig sitzen.“

Gleichermaßen „lächerlich“, wie es ein Twitter-Kommentator empfindet, sei es, wenn Zugreisende ein europäisches Nachbarland verlassen und dann wieder in Deutschland einreisen. Während in vielen anderen europäischen Ländern nur eine Empfehlung ausgesprochen wird, müssen Reisende mit Überschreitung der Landesgrenze die Maske wieder aufsetzen. Philipp Mattheis, unter anderem ehemaliger Journalist für die Süddeutsche Zeitung oder die Wirtschaftswoche, begegnet die Corona-Gesetzgebung nun mit großem Unverständnis.

Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG):
Corona-Regeln: Im Münchner ÖPNV gilt weiterhin die Maskenpflicht. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Aufgehoben im Flugzeug, in der U-Bahn weiterhin Pflicht: Maskenpflicht in Bayern

Im ÖPNV genügt eine medizinische Maske, in Kliniken, Fernzügen, Pflegeheimen oder Arztpraxen braucht es hingegen eine FFP2-Maske. Dies geht aus den Bestimmungen der nun mehr 17. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hervor. Dass die Maske in vielen Teilen des alltäglichen Lebens nach wie vor zur Pflicht erklärt wird, ist für Kritikerinnen und Kritiker nur schwer nachvollziehbar.

„In Flugzeugen wird die Luft gereinigt“: Warum im Münchner ÖPNV andere Corona-Maßnahmen gelten

Die andere Seite des Diskurses – hier etwa vertreten durch den an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München beschäftigten Professor und Virologen Franz-Xaver Reichl – hält dagegen: „Besonders im Berufsverkehr ist das Infektionsrisiko ohne Maske hoch.“ Mattheis wesentlicher Aufhänger, dass mit der seit dem 1. Oktober geltenden Aufhebung der Maskenpflicht ein Widerspruch zu Corona-Maßnahmen des ÖPNV bestehen würden, würde Reichl etwa folgendermaßen kontern. „In Flugzeugen wird die Luft gereinigt, dort müsste man jemanden direkt anhusten, um ihn zu infizieren.“

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Die Gesetzeslage rund um die Maskenpflicht polarisiert weiterhin – das hat der Tweet des Journalisten ein weiteres Mal eindrucksvoll dokumentiert. Gut möglich jedoch, dass die Kritik von Mattheis und Co. schon bald Wirkung zeigt. Nach Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) könnte die Maskenpflicht bereits am 9. Dezember aufgehoben sein – dann läuft nämlich die aktuelle Corona-Verordnung aus. Zeitgleich zur Verkündung des Endes der Isolationspflicht wurde mit Anfang Januar 2023 das spät möglichste Datum genannt, an dem die Maske in Bayern fallen soll. Die Empfehlung bleibt – das Zug- und Busfahren ohne Maske würde dann jedoch nicht mehr 250 Euro kosten.

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