Der Flaucherfranzl kennt den Plan

Große Radl-Revolution bahnt sich an: Münchner, ihr wisst noch gar nicht, was euch jetzt blüht!

Radfahrer in München
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Die Münchner dürfen sich in puncto Verkehrswende warm anziehen.

Lastenräder werden in den nächsten Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrswende in München leisten. Das könnte heiter werden, munkelt der Flaucherfranzl.

München, 23. April 2023: Maximilianstraße, Tal und sieben weitere Straßen im Herzen von München dürfen künftig nur noch mit Lastenrädern befahren werden. Es sei endlich an der Zeit, „mobile Potenziale bislang diskriminierter Jungeltern zu erschließen“, heißt es aus dem Rathaus. Im offiziellen Imagevideo bremst der Protagonist mit Hornbrille einen Starnberger Cabriofahrer aus. So rasant, dass seine Seemannsmütze beinahe im Chai-Latte-Becher landet. Josephine und Noah in der Carbon-Kabine werden ganz schön durchgeschüttelt.

Corona-Pandemie in München: Schanigärten als Stellplätze für Lastenräder?

Speziell geschulte “Urban Mobility Officers“ sollen im Zuge der Kampagne Fahrsicherheitstrainings vor ausgewählten Yogastudios abhalten. Erste Lektion ist der „herabschauende Hund“ beim Linksabbiegen. Zum „Lotussitz“ wird nur während der Anfahrt geraten.

Im Rahmen der Corona-Pandemie entstandene Schanigärten werden laut AG Lastenrad zu Stellplätzen umfunktioniert. Die Enteignung betreffender Gastronomen hat bereits begonnen.

Symbolbild: So könnte die Radl-Revolution in München funktionieren.

Ausgerechnet durchs Glockenbachviertel führt keine der neun Modellstraßen. Aus dem Rathaus heißt es: „Wer dort wohnt, ist gestraft genug.“ Der Zusammenschluss Münchner Bowlverkäufer hatte es als „mittelgroßen Skandal“ bezeichnet, dass Pläne für einen Drive-Through am Gärtnerplatz krachend gescheitert waren. Eine Versorgungsstation am Sendlinger Tor (samt Abfüllanlage für Leinsamen) wurde indes vom Planungsreferat abgesegnet.

Radl-Revolution in München: Modellstraßen sind erst der Anfang

Vertretern der Partei, die vor zwei Jahren gerne den Kanzlerkandidaten gestellt hätte, geht alles ein wenig zu schnell. „Für mich ist es unerklärlich, dass den Münchner Autofahrern noch mehr Raum genommen wird“, schimpft einer. „Den rücksichtslosen Lastenradlern will ich einfach nur zurufen: ‚Hallo, ich habe zwar kein Kind, bin aber auch ein Mensch.‘“

Modellstraßen werden freilich erst der Anfang sein. Mit einer „Umstiegsprämie“ soll die Verkehrswende in den kommenden Jahren weiter befeuert werden. Eine Jahresration Leinsamen erhält jeder Münchner, der sein Auto abmeldet und gegen ein Lastenrad eintauscht. In einem Positionspapier aus dem Rathaus heißt es lapidar: „Ob darin Josephine und Noah transportiert werden oder zwei Träger mit naturtrübem Apfelsaft, spielt keine Rolle.“

In unregelmäßigen Abständen beleuchtet Kolumnist Flaucherfranzl gesellschaftliche Entwicklungen in der Landeshauptstadt auf tz.de/muenchen. Manchmal dichtet er, manchmal schimpft er einfach nur. So etwa über den Party-Hotspot am Gärtnerplatz.

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