Viele Tiere sind krank

So laufen die Geschäfte der Welpen-Mafia

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Die Münchner Bettler-Mafia hat vor einigen Jahren entdeckt, dass man mit Hundebabys gut Mitleid erregen kann.

München - Auf Fotos im Internet sehen die Hundebabys unheimlich süß aus. Und die Preise sind unschlagbar günstig. Doch der Handel mit den Tieren hat oft einen kriminellen Hintergrund.

Die Welpen-Mafia macht Millionen-Geschäfte! Nach Schätzungen kommen jährlich 100.000 Tiere durch rücksichtslose Profithaie nach Deutschland. Wie viele dieser Fälle mit München zu tun haben, ist nicht bekannt.

Polizei findet Tiere oft im eigenen Urin und Kot

Sehr wohl bekannt ist dagegen die fiese Masche der Welpen-Mafia. „Hinter dieser Geschäftemacherei verbirgt sich eine wahre Hunde-Massenproduktion“, sagt die Vizepräsidentin der Aktion Tier – Tierrettung München, Evelyne Menges. „Wer ein solches Tier erwirbt, fördert die Nachfrage und damit die kriminellen Züchter.“ Diese agieren oft von Tschechien, Polen und anderen osteuropäischen Ländern aus. Die Muttertiere werden meist in dunklen Schuppen und alten Ställen gehalten. Ihr einziger Lebenszweck ist es, so viele Welpen wie nur möglich zu bekommen. Die Kleinen werden den Müttern viel zu früh weggenommen: Das erhöht den Gewinn. Tierärztliche Betreuung? Fehlanzeige!

Die Babys werden oft ohne jede Impfung verkauft, sie leiden häufig an Würmern, anderen Parasiten und Krankheiten. Von den brutalen Züchtern gehen die Tiere an Schmuggler, die diese an einen Ring von Händlern weiterverkaufen. Wenn Polizei oder Zoll einen solchen Schmuggel auffliegen lassen, bietet sich den Beamten ein Bild des Grauens: Oft liegen die Tiere im Urin und Kot, eng eingepfercht im Kofferraum.

Bettler-Mafia hat kranke Hunde bereits für sich entdeckt

Viele der kriminellen Händler agieren von Niederbayern aus, sagt Judith Brettmeister, Sprecherin des Tierschutzvereins München. Die Übergabe der Tiere erfolge meist auf Parkplätzen. Brettmeister: „Die Kunden bemerken oft zu spät, dass die Tiere krank sind und soziale Probleme haben. Auf die Betrogenen kommen dann hohe Tierarzt-Kosten zu.“

Auch die Bettler-Mafia hat die armen Kreaturen schon für sich entdeckt. Ein kleiner kranker Hund neben dem Bettler erweckt Mitleid und die Bereitschaft, Geld in den Hut zu werfen.

Ebu

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