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Monaco di Bavaria ist teuer - diese Extras bieten Münchner Arbeitgeber  ihren Mitarbeitern

Teures München: Nirgendwo sonst in Deutschland sind die Lebenshaltungskosten so hoch wie in Bayerns Landeshauptstadt.
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Teures München: Nirgendwo sonst in Deutschland sind die Lebenshaltungskosten so hoch wie in Bayerns Landeshauptstadt.

Der Stadtrat entscheidet heute, ob die Mitarbeiter der Verwaltung künftig eine höhere München-Zulage und ein Gratis-Jobticket erhalten. Damit sollen die hohen Lebenshaltungskosten ansatzweise ausgeglichen werden. Auch andere Münchner Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern etwas.

München ist ein teures Pflaster, vor allem weil die Mieten so hoch sind. Viele Unternehmen sind daher bemüht, zum einen die hohen Kosten abzufedern, zum anderen Anreize für neue Mitarbeiter zu schaffen. Der Stadtrat entscheidet heute, ob auch städtische Angestellte mehr Geld erhalten sollen. Die München-Zulage soll sich demnach verdoppeln (270 statt 134 Euro). Mitarbeiter, die bisher nicht in den Genuss des Extra-Geldes gekommen sind, würden erstmals einen Zuschuss erhalten. Überdies soll es ein Jobticket geben. Die Stadt ist nicht der einzige Arbeitgeber, der Vergünstigungen anbietet. Horst Lischka von der IG Metall sagt: „Alle Münchner Unternehmen haben übertarifliche Zulagen. Die schauen sehr unterschiedlich aus, reichen von einer Erfolgsbeteiligung über Zulagen wie Weihnachts- oder Urlaubachtsgeld bis hin zu Fahrgeldzuschüssen.“ Unsere Zeitung hat bei großen Arbeitgebern nachgefragt.

BMW

Die Firma gewährt Mitarbeitern ein vergünstigtes ÖPNV-Ticket. Außerdem können die Angestellten zu Sonderkonditionen Fahrzeuge der BMW Group kaufen oder mieten. Seit Kurzem gibt es auch die Möglichkeit, ein E-Bike zu leasen. Ferner wird Unterstützung bei der Kinderbetreuung angeboten – in der betriebseigenen Kita, verschiedenen Elterninitiativen und Kooperationen. Für weitere Kinderbetreuung oder auch Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen gibt es einen Beratungs- und Vermittlungsdienst.

Allianz

Mitarbeiter erhalten Vergünstigungen, etwa ein Jobticket, vergünstigtes Essen in den Mitarbeiterrestaurants, einen Kinderbetreuungszuschuss und, an den großen Standorten, Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder. Es gibt eine betriebliche Altersvorsorge und eine betriebliche Krankenversicherung.

Siemens

Neben den tariflichen Vereinbarungen bietet die Siemens AG den Mitarbeitern im Rahmen regionaler Regelungen Vergünstigungen für den ÖPNV an. In München bekommen Mitarbeiter beispielsweise derzeit einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent auf die Abo-Preise der Deutschen Bahn oder des MVV.

Infineon

Mitarbeiter können das Isarcard-Jobticket nutzen. Seit April gibt es auch eigene MVG-Radstationen an den Standorten im Münchner Süden. Der Firmensitz verfügt über eine eigene Kita mit 220 Plätzen. Ferner gibt es eine Ferienbetreuung. Ein „Medical Service Center“ steht zur Verfügung, wie auch Gesundheitsprogramme und eine Sozialberatung. Zudem gibt es zwei Kantinen, zwei Restaurants und eine Bäckerei, Fitnessstudio und diverse Sportplätze.

EON

Mitarbeiter am Standort München profitieren von zahlreichen Vergünstigungen, unter anderem von einer bezuschussten Kantine, verschiedenen Sport- und Gesundheitsangeboten sowie Nachlässen auf das Isarcard- Jobticket des MVV. Darüber hinaus unterstütz Eon in Kooperation mit dem Münchner „pme“-Familienservice beispielsweise bei der Kinderbetreuung und bietet Ferienprogramme an.

Hotels & Gaststätten

Münchens Dehoga-Chef und Wiesnwirt Christian Schottenhamel geht davon aus, dass viele seiner Kollegen ihren Angestellten Vergünstigungen gewähren. Er selbst tue dies ja auch. „Ich habe mehrere Mitarbeiter, denen ich eine Zulage für ein Ticket beim ÖPNV erstatte. Die Mitarbeiter schätzen dies sehr und betrachten dies auch teilweise als Lohnerhöhung und Wertschätzung für ihre Arbeit.“

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Wer arbeitet, sollte davon auch leben können. Doch die Realität sieht anders aus – immer mehr Münchner bleiben arm trotz Arbeit. Andererseits: Jeder Dritte ist Gutverdiener - so viel Gehalt bekommen die Münchner. Die Erhöhung des Zuschlags für städtische Angestellte kostet München einen dreistelligen Millionenbetrag

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