Großer tz-Report für alle Stadtteile

München: So lebt sich's in Ihrem Viertel Teil II

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Die Grafik zeigt alle Stadtteile (grün), die in diesem Artikel behandelt werden.

München - Das Herz der Stadt schlägt in seinen Vierteln – da ist München dahoam! Soeben ist das neue Statistische Taschenbuch erschienen. Die tz hat die wichtigsten Daten daraus analysiert und dabei auch weitere Studien mit einbezogen.

Heute kommt der zweite Teil unseres großen Stadtteil-Reports (hier geht's zu Teil I): Wie wird die Zukunft Ihres Viertels? Das neue Statistische Taschenbuch 2014 liefert alle Daten über unsere 25 Stadtbezirke auf 192 Seiten. Die tz analysiert die wichtigsten Informationen auch anhand weiterer Studien wie dem Demografiebericht mit der Prognose über den Zuzug bis 2030. Gestern war die erste Hälfte der Stadtteile an der Reihe, heute folgen die übrigen Viertel. Denn München ist viel mehr als Frauenkirche und Olympiaturm – das Herz der Stadt schlägt am Oertelplatz in Allach und am Theodor-Heuss-Platz in Neuperlach. Da ist München dahoam! Und wie lebt sich’s in Ihrem Viertel? Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Ihrer Nachbarschaft und dem Rest der Stadt.

David Costanzo, Ramona Weise

So lesen Sie die Studie

Verzeichnet sind die absoluten Zahlen (etwa zu den Geburten) – und die Werte pro 1000 Einwohner, mit denen sich die Viertel vergleichen lassen. Die Prognose bezieht sich auf das Jahr 2030. „Grün“ bedeutet Erholungs-, Wald- und Wasserflächen. „Senioren“ steht für Menschen ab 65 Jahren. Und „Migrant“ für Deutsche mit Migrationshintergrund.

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt

Fläche: 440 Hektar (22% grün)

Einwohner: 50.620 (Prognose: +2%)

Geburten: 593 (12 pro 1000 Einw.)

Tote: 469 (9 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 730 (15 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1371 (Quote: 3%)

Minderjährige: 11% Senioren: 11%

Ausländer: 28% Migranten: 10%

Ärzte: 276 (183 Einw. pro Arzt)

Autos: 19.941 (394 pro 1000 Einw.)

Hier pulsiert das Großstadtleben: Münchens In-Viertel ist geprägt von Hauptbahnhof, Glockenbach, Schlachthof und Gärtnerplatz. Manch einer spricht vom Kunstpark-Mitte. Familien mit Kindern und Senioren sind rar. Dafür gibt’s die meisten Single-Haushalte!

Schwabing West

Fläche: 435 Hektar (12% grün)

Einwohner: 65.892 (Prognose: +8%)

Geburten: 756 (12 pro 1000 Einw.)

Tote: 510 (8 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 702 (11 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1343 (Quote: 2%)

Minderjährige: 12% Senioren: 17%

Ausländer: 21% Migranten: 13%

Ärzte: 145 (454 Einw. pro Arzt)

Autos: 24.765 (376 pro 1000 Einw.)

Eine Straße, eine Reihe herrlicher hoher Altbauten, wieder eine Straße, wieder Altbauten: In Schwabing West ist der Ölsardinenfaktor am höchsten – hier müssen sich 151 Münchner einen Hektar teilen! Mit dem Ackermannbogen ist nun der letzte freie Flecke dicht bebaut – Zuzug ist kaum mehr zu erwarten. Einzig der Olympiapark hübscht die Grünbilanz ein bisserl auf.

Sendling

Fläche: 392 Hektar (29% grün)

Einwohner: 39.953 (Prognose: +9%)

Geburten: 487 (12 pro 1000 Einw.)

Tote: 271 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 41 (1 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1222 (Quote: 3%)

Minderjährige: 13% Senioren: 14%

Ausländer: 26% Migranten: 12%

Ärzte: 84 (476 Einw. pro Arzt)

Autos: 15.920 (398 pro 1000 Einw.)

Wer an die echten alten Münchner denkt, denkt an Sendling. Aber das ändert sich: Denn hinter dem geringen Zuzug und der mäßigen Prognose verbirgt sich ein Generationenwandel rund um die Großmarkthalle. Schon heute leben hier mit die wenigsten Senioren.

Schwanthalerhöhe

Fläche: 209 Hektar (6% grün)

Einwohner: 29.663 (Prognose: +6%)

Geburten: 333 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 201 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 117 (4 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1050 (Quote: 4%)

Minderjährige: 14% Senioren: 12%

Ausländer: 34% Migranten: 13%

Ärzte: 40 (742 Einw. pro Arzt)

Autos: 12.438 (419 pro 1000 Einw.)

Viertel unter Druck: Im Westend gibt es mit am wenigsten Grün, mit die höchste Einwohnerdichte, die Wohnungsbauprognose liegt bei null – dafür erreichen Arbeitslosigkeit und Ausländeranteil Spitzenwerte. Die Seniorenquote ist bereits klein, der Familienanteil sinkt.

Neuhausen-Nymphenburg

Isidor Kirstein (52) findet den Schlosspark in Nymphenburg super.

Nymphenburg und vor allem Neuhausen sind ganz schön zugepflastert. Dafür entschädigt der riesige Schlosspark Frischluft- und Sportbegeisterte wie Isidor Kirstein (52): „Der Park ist wunderschön angelegt und super gepflegt.“ Besonders gut gefallen ihm die Häuser im Viertel. „Die Gegend wird nicht mit Neubauten zugekleistert.“

Fläche: 1288 Hektar (30% grün)

Einwohner: 95.906 (Prognose +9%)

Geburten: 1203 (13 pro 1000 Einwohner)

Tote: 728 (8 pro 1000 Einwohner)

Zuzugsplus: 1075 (11 pro 1000 Einwohner)

Arbeitslose: 2162 (Quote: 2%)

Minderjährige: 14% Senioren: 16 %

Ausländer: 23% Migranten: 13%

Ärzte: 323 (297 Einwohner pro Arzt)

Autos: 40.030 (417 pro 1000 Einwohner)

Moosach

Fläche: 1110 Hektar (18% grün)

Einwohner: 51.537 (Prognose: +17%)

Geburten: 561 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 375 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 977 (19 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1814 (Quote: 4%)

Minderjährige: 15% Senioren: 18%

Ausländer: 29% Migranten: 16%

Ärzte: 73 (706 Einw. pro Arzt)

Autos: 30.391(590 pro 1000 Einw.)

Hochhäuser, U-Bahnhöfe, IT-Rathaus und jetzt auch noch ein neuer Memminger Platz am Moosacher „Stachus“: Das bei Familien beliebte Viertel verändert sein Gesicht wie kaum ein anderes. Weil immer noch Luft ist, erwarten die Experten weiter Neubau.

Schwabing-Freimann

Fläche: 2565 Hektar (40% grün)

Einwohner: 69.676 (Prognose: +31%)

Geburten: 713 (10 pro 1000 Einw.)

Tote: 474 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 875 (13 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1588 (Quote: 2%)

Minderjährige: 13% Senioren: 16%

Ausländer: 25% Migranten: 15%

Ärzte: 243 (287 Einw. pro Arzt)

Autos: 43.018 (617 pro 1000 Einw.)

Der Wachstumsmotor der Stadt: In Schwabing-Freimann – dem drittgrößten Viertel – rechnet die Stadt mit einem dramatischen Bevölkerungswachstum. 2030 sollen über 90 000 Münchner dort wohnen! Bis dahin sollen Bayern- und Funkkaserne 6000 neue Wohnungen bieten.

Berg am Laim

Fläche: 633 Hektar (12% grün)

Einwohner: 43.068 (Prognose: +19%)

Geburten: 527 (12 pro 1000 Einw.)

Tote: 333 (8 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 430 (10 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1427 (Quote: 3%)

Minderjährige: 15% Senioren: 18%

Ausländer: 29% Migranten: 16%

Ärzte: 40 (1077 Einw. pro Arzt)

Autos: 19.281 (448 pro 1000 Einw.)

In Berg am Laim warten nur zwei Hotels mit zusammen 156 Betten auf Touristen – Minusrekord! Es mag nicht das schönste Viertel sein, dafür wird hinterm Ostbahnhof hart gearbeitet. In den alten Eisenbahnersiedlungen sind die Bewohner so gemischt wie im Rest der Stadt.

Ramersdorf-Perlach

Fläche: 1988 Hektar (22% grün)

Einwohner: 108 244 (Prognose: +19%)

Geburten: 1011 (9 pro 1000 Einw.)

Tote: 718 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 766 (7 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 3673 (Quote: 3%)

Minderjährige: 16% Senioren: 20%

Ausländer: 30% Migranten: 19%

Ärzte: 146 (741 Einw. pro Arzt)

Autos: 47.228 (436 pro 1000 Einw.)

Wieder so ein gespaltener Stadtbezirk, der statistisch kaum unter einen Hut zu bringen ist: Hier Ramersdorf und Perlach, wo Nachbarn für den Schutz ihrer Ortskerne kämpfen. Und ein paar Meter weiter erhebt sich das Neuperlacher Zentralmassiv über dem Stadtsüden.

Hadern

Fläche: 924 Hektar (12% grün)

Einwohner: 48.945 (Prognose: +14%)

Geburten: 430 (9 pro 1000 Einw.)

Tote: 388 (8 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 889 (18 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1205 (Quote: 2%)

Minderjährige: 15% Senioren: 22%

Ausländer: 24% Migranten: 16%

Ärzte: 55 (890 Einw. pro Arzt)

Autos: 21.059 (430 pro 1000 Einw.)

Hier leben die ältesten Münchner: Fast jeder vierte Haderner hat die 65 Jahre erreicht, mehr als jeder zehnte ist sogar schon jenseits der 75. Am niedrigsten dagegen liegt die Geburtenziffer: Nur knapp neun Kinder kommen pro 1000 Einwohner zur Welt. Mäßige Prognose.

Aubing-Lochhausen-Langwied

Fläche: 3406 Hektar (18% grün)

Einwohner: 42.305 (Prognose: +67%)

Geburten: 467 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 280 (7 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 903 (22 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1052 (Quote: 2%)

Minderjährige: 17% Senioren: 21%

Ausländer: 22% Migranten: 15%

Ärzte: 45 (940 Einw. pro Arzt)

Autos: 21.047 (498 pro 1000 Einw.)

Der Stadtteil der Zukunft wächst jetzt schon stärker als das übrige München. Mit dem geringsten Ölsardinenfaktor von bislang nur zwölf Einwohnern pro Hektar ist auch noch Platz. Bis 2030 wird das Freiham fertig sein – plus 67 Prozent oder über 20 000 mehr Einwohner!

Laim

Fläche: 528 Hektar (5% grün)

Einwohner: 54.030 (Prognose: +7%)

Geburten: 566 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 421 (8 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 375 (7 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1469 (Quote: 3%)

Minderjährige: 12% Senioren: 20%

Ausländer: 25% Migranten: 13%

Ärzte: 107 (505 Einw. pro Arzt)

Autos: 24.072 (446 pro 1000 Einw.)

Es ist vielleicht der ruhigste Stadtteil: Laim ist ein klassisches Schlafviertel – fast nur Wohnen, kaum Gewerbe. Hier ist der Seniorenanteil sehr hoch und der Anteil an Kindern und Jugendlichen (noch) recht niedrig. Beide Werte sind zwar nicht rekordverdächtig, aber miteinander verrechnet, diagnostizieren die Statistiker den höchsten Überalterungsquotienten der Stadt.

Trudering-Riem

Fläche: 2248 Hektar (24% grün)

Einwohner: 67.009 (Prognose: +20%)

Geburten: 735 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 326 (5 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 674 (10 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1435 (Quote: 2%)

Minderjährige: 21% Senioren: 15%

Ausländer: 19% Migranten: 17%

Ärzte: 77 (870 Einw. pro Arzt)

Autos: 37.776 (564 pro 1000 Einw.)

Die Geburtenrekorde sind durch – die Kinder sind da. Das merkt man am größten Jugendquotienten der ganzen Stadt. In der Messestadt ist sogar jeder dritte Bewohner minderjährig. Nach dem Ghetto-Alarm der Stadt vor einem Jahr haben sich die Wogen geglättet.

Untergiesing-Harlaching

Fläche: 806 Hektar (27 % grün)

Einwohner: 51.937 (Prognose: +6%)

Geburten: 588 (11 pro 1000 Einw.)

Tote: 436 (9 pro 1000 Einw.)

Zuzugsplus: 503 (10 pro 1000 Einw.)

Arbeitslose: 1355 (Quote: 3%)

Minderjährige: 13% Senioren: 20%

Ausländer: 22% Migranten: 12%

Ärzte: 118 (440 Einw. pro Arzt)

Autos: 22.000 (424 pro 1000 Einw.)

Das Leder rollt wieder in Münchens Fußball-Wiege – im Grünwalder schon länger nach der großen Sanierung und an der Säbener Straße nach der Rückkehr der WM-Helden. Früher war Untergiesing ein klassisches Arbeiterviertel und Harlaching nobel, heute mischen sich die Schichten.

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