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Optische Täuschung im Quadrat am Lenbachplatz: Künstler „handelt“ mit Fotos

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So sieht die optische Täuschung des Künstlers Max Haarich von einer Seite aus.
So sieht die optische Täuschung des Künstlers Max Haarich von einer Seite aus. © Jens Hartmann

Passanten am Lenbachplatz dürften bei diesem Anblick wohl zweimal hinsehen: Auf der „Kunstinsel“ befindet sich ein neues Kunstwerk - eine optische Täuschung.

München - Seit einiger Zeit bereits dient die Verkehrsinsel am Lenbachplatz als „Kunstinsel“. Ihr Herzstück: eine großformatige quadratische Anzeigentafel, die abwechselnd von Medienkünstlern bespielt wird. Seit gestern ist dort eine faszinierende optische Täuschung zu sehen: „Good buy, Reality!“ von Max Haarich.

Ein Häuser-Ausschnitt wird bei Künstler Max Haarich zum digitalen Handelsgut.
Kann man angeblich kaufen: Ein Häuser-Ausschnitt wird bei Künstler Max Haarich zum digitalen Handelsgut. © Jens Hartmann

Die Arbeit spielt auf die mit Milliarden-Budgets vorangetriebene Idee der „Metaversen“ an, in denen die virtuelle Welt zunehmend zum realen Lebens- und Handelsraum mit digitalen Objekten wird. Prominenter Verfechter dieser durchaus gruseligen Fortschrittsidee ist etwa Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

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Optische Täuschung am Lenbachplatz: „Good buy, Reality!“

„Good buy, Reality!“ macht München käuflich. Zwei je 25 Quadratmeter große fotografisch festgehaltene Fragmente aus dem realen Münchner Stadtraum werden mittels Non-Fungible-Token-Technologie (NFT) von Max Haarich zu digitalen Handelsgütern für Metaversen gemacht. Ein NFT ist ein digitales Unikat, eine Art kryptografischer Vermögenswert, der mit einem eindeutigen Identifizierungscode versehen und somit nicht kopierbar ist. NTFs fungieren daher als eine Art digitaler Eigentums- oder Echtheitsnachweis. Als fiktive Verkaufsangebote über einen QR-Code werden sie auf der Tafel der Kunstinsel öffentlich angezeigt.

Die vermeintlich alles kommerzialisierende NFT-Plattform fungiert dabei Haarich zufolge aber auch „als gemeinschaftsförderndes Community-Archiv“. Mit der Installation auf der Tafel betont der Künstler die oft unterschätzte Eigenverantwortung und Macht gegenüber neuen Technologien.

Max Haarich, geboren 1983, lebt und arbeitet in München. Das Billboard am Lenbachplatz ist Teil von „Public Art München“, einem Programm des Kulturreferats. Ausführliche Informationen online unter www.publicartmuenchen.de. (lö)

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