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Jesuitenpater und Klima-Kleber zeigt sich selbst an: „breche bewusst Gesetze“

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Von: Leoni Billina

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Jesuitenpater Jörg Alt hat sich auf dem Karlsplatz in München zusammen mit Klimaaktivisten auf der Straße festgeklebt.
Jesuitenpater Jörg Alt hat sich auf dem Karlsplatz in München zusammen mit Klimaaktivisten auf der Straße festgeklebt. © Oliver Bodmer

Der Klima-Aktivist und Jesuitenpater Jörg Alt hat sich nach der Teilnahme an Demonstrationen der „Letzten Generation“ selbst bei der Polizei angezeigt.

München/Nürnberg – Der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt hat sich bei der Polizei angezeigt. Grund sei die „Unterstützung einer angeblich kriminellen Vereinigung“ sowie das Werben von Mitgliedern dafür, teilte Alt mit. Der Schritt sei ein Zeichen der Solidarität mit der Klimaschutz-Gruppe „Letzte Generation“. Der Pater war schon öfter bei Aktionen der Klima-Kleber dabei, wie Ende Oktober am Stachus.

Klima-Aktivist und Jesuitenpater Alt bricht „bewusst Gesetze“ - Taten aktuell alternativlos

Alt erklärte: „Zwar breche ich bewusst Gesetze. Das ist illegal und ich bin damit Straftäter.“ Aber diese Taten seien für ihn aktuell alternativlos. Denn dadurch „sollen Menschen vor Schäden gewarnt und das Überleben der Menschheit gesichert werden“. Angesichts „der aktuell hitzigen Debatte“ zum Klimaschutz „wollen wir unsere Taten Polizei und Staatsanwaltschaft zur Überprüfung geben“. Anfang Dezember hatte die Konferenz der Innenminister der Länder festgestellt, es müsse geklärt werden, ob es sich bei der „Letzten Generation“ um eine kriminelle Vereinigung handle.

Alt hatte sich schon 2021 in Sachen Containern angezeigt, nachdem er genießbare Lebensmittel aus Supermarkt-Müll genommen hatte. Das Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Diebstahls wurde mangels Tatnachweises und öffentlichen Interesses an der Verfolgung eingestellt.

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Klima-Kleber erneut in München: Zehn Aktivisten am Leuchtenbergring

Auch am Mittwoch haben sich Klima-Aktivisten auf der Straße festgeklebt – diesmal auf der Ampfingstraße Ecke Berg-am-Laim-Straße am Leuchtenbergring. Insgesamt waren dort gegen 8.30 Uhr zehn Aktivisten unterwegs. Sieben von ihnen klebten sich auf der Straße fest, zwei klebten sich aneinander und setzten sich mit einer zehnten Person auf die Straße. Gegen 10 Uhr waren alle gelöst und der Einsatz beendet.

Ohne Klebstoff kamen die Aktivisten gestern in Berlin aus. Dort haben sie die Spitze des Christbaums am Brandenburger Tor abgesägt. (leo)

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