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Daheim beim Discounter: Lidl steigt in den Münchner Wohnungsmarkt ein - „Ein echter Gewinn“

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Von: Nadja Hoffmann

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So soll das Haus an der Tübinger Straße aussehen.
So soll das Haus an der Tübinger Straße aussehen. © Visualisierung: Rakete GmbH / Entwurf: ***+ Architekten

Die städtische Wohnungsbau-Firma Gewofag kooperiert mit dem Lebensmittelhändler Lidl und baut erstmals auf dem Grundstück eines Discounters.

München - Wenn es eines in München* zu wenig gibt, dann sind das freie Flächen, auf denen bezahlbare Wohnungen entstehen könnte. Ideen sind also gefragt, genauso wie der Mut zu ungewöhnlichen Kooperationen. Beides hat die Gewofag: Das städtische Wohnungsbauunternehmen schließt sich nämlich mit dem Discounter Lidl* zusammen. Gemeinsames Ziel: die Errichtung eines neuen Gebäudes an der Tübinger Straße: halb Supermarkt, halb Wohnhaus.

„Ein echter Gewinn“, findet Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler, der mit dem Projekt neue Wege geht. Das Novum: Das städtische Unternehmen baut erstmals auf dem Grundstück eines Lebensmittelhändlers. „Das freut uns sehr.“ Denn: Auf diese Weise könne der Bereich doppelt genutzt werden.

München: Kooperation zwischen Lidl und Gewofag: Wohnungen zu deutlich niedrigeren Preisen

Auf der Fläche im Stadtteil Sendling*-Westpark, nahe des Heimeranplatzes, steht bereits eine ältere Lidlfiliale. Diese wird ersetzt. Das Konzept des neuen Hauses: 160 Parkplätze werden in der Tiefgarage und im Erdgeschoss geschaffen. Ein großer, moderner Supermarkt entsteht im ersten Stockwerk. Ab der zweiten Ebene folgen 100 neue Wohnungen der Gewofag. 30 Prozent davon werden für Menschen mit kleinen Geldbeutel gefördert: Die Miete liegt laut Gewofag bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter. Die restlichen Einheiten werden preisgedämpft vermietet. „Deutlich unterhalb der Marktmiete für Neubauwohnungen.“

Unten günstige Preise beim Discounter, oben ein bezahlbares Zuhause: Mit einer solchen Gebäude-Doppelnutzung habe der Lebensmittelhändler bereits guter Erfahrungen in Berlin gesammelt, wie Marek Franz, Leiter der Lidl-Immobilienregion Südost, erklärt. „Mit der Gewofag als starke Wohnungsbaupartnerin an unserer Seite können wir nun auch in München beginnen.“ Weitere Standort würden geprüft. Wie berichtet, geht es dabei um Standort in Obermenzing und Schwabing. Bis es an der Tübinger Straße losgeht, dauert es aber noch:

München: Gewofag-Lidl-Gebäude soll bis 2026 entstehen

Der Zeitplan sieht vor, dass die Planungen Mitte 2022 beginnen. Die Fertigstellung ist erst für das Jahr 2026 vorgesehen. Mit dem besonderen Projekt erweitert die Gewofag ihren Kreis an Kooperationen. „Sie sind ein zunehmend wichtiger Weg, um unseren Bestand an gefördertem und preisgedämpften Wohnraum zu erweitern.“ Mit 37.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten ist die Gewofag Münchens größte Vermieterin. Die Pläne für ihre Kooperation mit Lidl sind bereits seit dem Jahr 2018 bekannt: Seitdem wurde an dem Projekt gefeilt.

Der Discount-Lebensmittelhändler ist freilich nicht das einzige Unternehmen, das seinen Immobilienzweig in München weiter ausbaut. Und auch Wohnraum schafft. Konkurrent Aldi ist genauso aktiv und an insgesamt vier Projekten im gesamten Stadtgebiet beteiligt. Partner dabei ist unter anderem die städtische Wohnungsbau-Unternehmen GWG. - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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