Top-Psychologe unter Beschuss

Skandal um Gastprofessor? LMU München reagiert - Mitteilung verschwindet plötzlich von Homepage

LMU in München
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Nach Vorwürfen gegen einen renommierten Gastprofessor hat die LMU München reagiert.

Die LMU München hat den Vertrag mit einem renommierten Gastprofessor aufgelöst. Er soll im Zentrum eines großen Fälschungsskandals stehen.

München - Seit 2017 hat der Psychologie-Star Hans-Ulrich Wittchen eine Gastprofessur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Informationen über einen Fälschungsskandal sorgen jetzt für Aufsehen - und haben zumindest in der Isar-Metropole erste Konsequenzen. Bereits vor zwei Jahren hatte BuzzFeed News* über entsprechende Vorwürfe gegen den heute 69-jährigen Wittchen berichtet. Nun hat eine Untersuchungskommission Hinweise auf Fehlverhalten zutage gefördert. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt.

Dresden/München: Fälschungsskandal? Ermittlungen gegen Top-Psychologen laufen

Es geht um die angebliche Manipulation einer Psychologie-Studie, die die Behandlung von Patienten in ganz Deutschland verändern sollte. Und es geht um 2,4 Millionen Euro aus dem Haushalt der Krankenkassen – von denen zehntausende Euro möglicherweise veruntreut wurden.

Wittchen will sich gegenüber BuzzFeed News* nicht zu den konkreten Vorwürfen äußern, da sie Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzung seien. Er beteuert aber wiederholt seine Unschuld. Die Studie sei „wissenschaftlich korrekt erstellt“. „Ich weise die Manipulations-Vorwürfe der Kommission ebenso wie die eines vorsätzlichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens als unbegründet und falsch zurück“, schreibt Wittchen.

München: LMU trennt sich nach Vorwürfen von Gastprofessor - Meldung verschwindet von Webseite

An der LMU leitete Wittchen bislang eine Forschungsgruppe, die der Uni zufolge extern finanziert worden sei. Nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen und seiner Stellungnahme habe sich die Universität entschieden, den Gastwissenschaftlervertrag mit Wittchen ab dem April 2021 aufzulösen, teilt eine Sprecherin mit. „Herr Prof. Wittchen hat der Vertragsauflösung nicht zugestimmt, so dass das Vertragsverhältnis nun ohne Vergütung ruhen gelassen wird.“

Die Pressemeldung von 2017, mit der die Professur verkündet worden war, ist seit wenigen Wochen von der Webseite der Universität verschwunden.

Alle Hintergründe zu den Fälschungsvorwürfen gegen den Top-Psychologen lesen Sie bei BuzzFeed News*. *BuzzFeed News ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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