Umweltministerium unterstützt Weg

München stellt neue Luftfiltersäulen an Landshuter Allee auf - in anderen Städten schon erfolgreich ausgetestet

Ein Lkw fährt an einem Luftfiltersystem vorbei.
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Staubsauger für die Abgase: Diese Luftfilter sollen auch in München bald zum Straßenbild gehören.

München bemüht sich um sauberere Luft. Dafür sollen neue Filtersäulen an der Landshuter Allee sorgen. Die Stadt kann ein Vorbild für ganz Bayern werden.

München - München* gehört in Deutschland zu den sechs Städten, die die Stickstoffdioxid-Grenzwerte nicht einhalten - neben Stuttgart, Ludwigsburg, Limburg, Darmstadt und Hamburg. Der Grenzwert für Stickstoffdioxid liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel. In der bayerischen Landeshauptstadt hat dabei vor allem die Landshuter Allee eine unrühmliche Spitzenposition eingenommen.

Laut städtischem Referat für Umwelt- und Klimaschutz ist auf der Strecke 2020 mit 54 Mikrogramm pro Kubikmeter der höchste Jahresmittelwert in Deutschland gemessen worden. Die Stadt will nun weitere Maßnahmen ergreifen, um das zu ändern - mit einem Pilotprojekt für Luftfilter. Münchens Referentin für Klima- und Umweltschutz, Christine Kugler (parteifrei) will damit schon im Herbst beginnen.

Luftfiltersysteme in München: Umweltministerium fördert das Projekt

Bei dem Projekt handelt es sich um ein Forschungsvorhaben zur Untersuchung von Luftfiltersystemen an der Landshuter Allee, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert wird. Ab Herbst 2021 soll die Wirkung von sogenannten Luftfiltersäulen auf die Immissionssituation untersucht werden.

Die Effekte dieser Luftfiltersäulen werden dabei erstmalig wissenschaftlich begleitet und ausgewertet, dies erfolgt durch vier bayerische Universitäten. Die wissenschaftliche Begleitung ist notwendig, da in Kiel die Wirksamkeit von Luftfilteranlagen im Straßenraum durch ein Gericht nicht anerkannt wurde. In Stuttgart kommen die Luftfiltersäulen ebenfalls zum Einsatz. Ludwigsburg hatte durch die offenbar positiven Eindrücke aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt 15 Anlagen aufgestellt. Denn die in Stuttgart bereits eingesetzten Filter saugten der Stadt Ludwigsburg zufolge die verunreinigte Luft an und bänden über 80 Prozent des darin enthaltenen Stickstoffdioxids und Feinstaubs.

Vielbefahren: An der Landshuter Allee sollen die Luftfilter postiert werden.

Luftfiltersysteme in München: Andere Standorte könnten bei erfolgreichem Versuch folgen

Das Land Baden-Württemberg fördert den Schritt mit rund 1,2 Millionen Euro. Die Stadt steuert 100.000 Euro bei. Bei einem erfolgreichen Versuch in München wäre es dann vorstellbar, den Betrieb von Filteranlagen auch auf andere Standorte auszuweiten, sagt eine Sprecherin des Referates.

Wie berichtet, hatte der Freistaat jüngst entschieden, dass die Stadt sich künftig selbst um die Einhaltung der Werte kümmern muss. Damit liegt die Verantwortung für den sogenannten Luftreinhalteplan künftig bei der Verwaltung. „Wir übernehmen die Zuständigkeitsübertragung mit großem Engagement und nehmen sie zum Anlass, die 170 Maßnahmen der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans, die auf das Ziel der Luftreinhaltung einzahlen, noch einmal auf den Prüfstand zu stellen”, sagte Kugler unserer Zeitung. Dabei sei unter anderem zu klären, welche Maßnahmen beschleunigt werden oder welche neuen umgesetzt werden könnten. „Damit die Luft in München flächendeckend sauber wird.”( ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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